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Vor dem Brexit : Bye-bye Britannia!

Bauarbeiten am Uhrenturm Big Ben in London. Bild: dpa

Die Zuwanderung von Bürgern anderer europäischer Länder nach Großbritannien fällt rapide. Politisch ist das erwünscht – aber die Wirtschaft macht sich Sorgen.

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          Die Zahl der EU-Bürger, die vor dem Brexit nach Großbritannien ziehen, ist drastisch gefallen. In den zwölf Monaten bis September 2017 hat sich ihre Zahl auf 220.000 Personen annähernd halbiert. Zugleich kehren immer mehr EU-Bürger dem Königreich den Rücken: Die Zahl der europäischen Auswanderer ist um 28 Prozent auf 130.000 Personen gestiegen. Das ist die höchste Zahl seit 2008.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Insgesamt ist damit die Nettozuwanderung - also der Saldo aus Einwanderung und Auswanderung - von EU-Bürgern binnen eines Jahres um rund 45 Prozent auf 90.000 Personen gefallen und hat den niedrigsten Stand seit einem halben Jahrzehnt erreicht. Das zeigen an diesem Donnerstag veröffentlichte Zahlen des britischen Statistikamtes.

          Überlastetes Gesundheitssystem

          Der Wertverfall des Pfunds gegenüber dem Euro seit dem Brexit-Votum hat den Umzug nach Großbritannien für viele EU-Arbeitnehmer finanziell weniger attraktiv gemacht. Zugleich gibt es Berichte über eine wachsende Ausländerfeindlichkeit auf der Insel.

          Die Einwanderungszahlen sind innenpolitisch und wirtschaftlich brisant. Die bislang unbegrenzte Zuwanderung aus anderen europäischen Ländern galt als ein Hauptgrund dafür, warum eine knappe Mehrheit der britischen Wähler beim EU-Referendum im Juni 2016 für den Brexit gestimmt hat.

          Viele Briten machen die EU-Zuwanderung für stagnierende Löhne und steigende Wohnungspreise verantwortlich. Die britische Premierministerin Theresa May hat deshalb angekündigt, die Einwanderung nach dem Brexit drastisch zu senken.

          Der starke Rückgang der EU-Einwanderung ist damit politisch erwünscht. Allerdings zeigen die Zahlen des Statistikamtes auch, dass die Zuwanderung von Nichteuropäern nach Großbritannien deutlich gestiegen ist.

          Die britische Wirtschaft wiederum befürchtet Engpässe am Arbeitsmarkt, wenn immer mehr Europäer dem Land den Rücken kehren. Die Industrieländer-Organisation OECD warnt ebenfalls vor einem zunehmenden Fachkräftemangel nach dem Brexit. Auch das überlastete britische Gesundheitssystem beschäftigt zum Beispiel viele ausländischen Fachkräfte.

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