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Nachfolge von Theresa May : Brexit-Hardliner Johnson plant Steuersenkungen

  • Aktualisiert am

Der frühere britische Außenminister Boris Johnson Bild: AP

Der Favorit im Rennen um die Nachfolge von Theresa May im Premierministeramt wirbt für kräftige Steuersenkungen für Unternehmen und Privatleute. Das Versprechen kommt am Tag, an dem die Nominierung für Mays Nachfolge endet.

          Der britische Ex-Außenminister und Favorit für die Nachfolge von Premierministerin Theresa May, Boris Johnson, will die Unternehmens- und Einkommenssteuern senken. „Wir sollten die Steuern für Firmen reduzieren“, schrieb Johnson in seiner wöchentlichen Kolumne für die Zeitung „The Telegraph“. Details dazu nannte er zunächst nicht. In einem separaten Artikel des Blatts hieß es, dass der Brexit-Hardliner die Schwelle erhöhen wolle, ab der 40 Prozent Einkommenssteuer fällig würden. So solle der Steuersatz erst ab einem Jahreseinkommen von 80.000 Pfund (umgerechnet 88.500 Euro) greifen statt bislang bereits ab 50.000 Pfund. Die Maßnahme würde 9,6 Milliarden Pfund jährlich kosten.

          May war am Freitag offiziell als Vorsitzende der Konservativen zurückgetreten, nachdem der innerparteiliche Widerstand gegen ihre Brexit-Politik zuletzt immer größer geworden war. Am Montag endet die Nominierungsfrist für die Nachfolge von May. Derzeit gibt es elf Kandidaten. Bis zum 20. Juni will die Parteiführung aus dem Kreis aller Bewerber zwei Kandidaten in die Stichwahl um den Parteivorsitz schicken, bei der dann die rund 100.000 Parteimitglieder die Entscheidung treffen. Nach den britischen Gepflogenheiten wird der Chef der Regierungspartei automatisch auch Premierminister. Johnson, der für viele Briten das Gesicht der Brexit-Kampagne ist, hat besonders gute Chancen.

          Johnson hatte beim Brexit zuletzt Härte gegenüber der Europäischen Union demonstriert. Er sagte der „Sunday Times“, er würde die vereinbarten Ausstiegszahlungen von 39 Milliarden Pfund – knapp 44 Milliarden Euro – zurückhalten, um bei der EU bessere Konditionen auszuhandeln. Die Summe entspricht den Verbindlichkeiten Großbritanniens gegenüber der EU.

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