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Ermittlungen : Brexit-Finanzier Arron Banks entlastet

Brexit-Finanzier Arron Banks entlastet Bild: dpa

Die Ermittlungen gegen den Hauptfinanzier der Brexit-Referendumskampage sind eingestellt worden. Es gebe keine Belege dafür, dass es sich dabei um Geld aus russischen Quellen handele.

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          Die Ermittlungen gegen den schillernden Unternehmer und Multimillionär Arron Banks, den Hauptfinanzier der Brexit-Referendumskampagne, sind eingestellt worden. Nach fast einem Jahr Untersuchung kam die britische National Crime Agency (NCA) zu dem Ergebnis, dass Banks nichts Illegales nachzuweisen sei. Banks hatte der Leave.EU-Kampagne, die beim Brexit-Referendum vor mehr als drei Jahren siegreich war, mehr als 8 Millionen Pfund (gut 9 Millionen Euro) gespendet oder geliehen. Es gebe keine Belege dafür, dass es sich dabei um Geld aus russischen Quellen handele, schrieb die NCA diese Woche.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Das Ergebnis ist für all jene ein Dämpfer, die den mit diversen Versicherungsunternehmen zu einem Millionenvermögen gekommenen Selfmademan Arron Banks seit Jahren als dunkle Macht im Hintergrund darstellen, der mit ausländischem Geld, möglicherweise aus Moskau, das EU-Referendum manipuliert habe. Eine „Guardian“-Journalistin verwies auf mehrere Treffen Banks in der russischen Botschaft. Die Wahlkommission hatte diesen Verdacht übernommen und die NCA war daraufhin tätig geworden.

          Der 53-Jährige reagierte mit Genugtuung auf die Einstellung der Ermittlungen. Es sei kein Geld aus dem Ausland, sondern „mein Geld“ gewesen, das er in die Leave.EU-Kampagne gesteckt habe – und er will nun wegen des ihm durch die öffentlichen Anschuldigungen und Ermittlungen entstandenen geschäftlichen Schadens von angeblich 10 Millionen Pfund klagen. Dass er das Geld für Leave.EU über ein undurchsichtiges Firmengeflecht, dabei auch Briefkastenfirmen auf der Isle of Man, in die Kampagne geschleust hat, war laut NCA nicht illegal.

          Banks, Jahrgang 1966 und viele Jahre der Hauptspender von Nigel Farages Ukip-Partei, ist für die Brexit-Gegner ein rotes Tuch, auch weil er die EU-Freunde, die nach einem zweiten Referendum rufen, mit Spott überzieht. Vier Monate nach dem Brexit-Referendum und kurz nach Donald Trumps Wahlsieg im November 2016 flog er mit Farage nach New York und traf den neuen amerikanischen Präsidenten – das damals entstandene Foto vor dem goldglitzernden Aufzug im Trump-Tower gilt vielen als Beleg für eine rechtspopulistische transatlantische Allianz. Zwischenzeitlich finanzierte Banks nach dem Vorbild der Seite Breitbart.com die Internet-Seite Westmonster, die auf polemisch-zugespitzte Weise die etablierte britische Politik von rechts kommentierte. Neben seinen mehr als dreißig Versicherungs- und Finanzunternehmen mit verwirrend ähnlichen Namen hat Banks, Sohn eines Managers von Zuckerplantagen in Afrika, auch in Gold- und Diamantminen investiert. Es gab Vorwürfe, dass er Edelsteine aus Südafrika geschmuggelt habe. Die NCA äußerte sich nicht dazu, ob sie zu diesen Vorwürfen noch ermittelt.

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