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Brexit-Einigung : Abschied von London

Der britische Premierminister Boris Johnson (links) und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstag in Brüssel Bild: AP

Die Chance auf einen geregelten Brexit besteht. Europa muss das Thema hinter sich lassen, das so viele physische und psychische Ressourcen verbraucht hat. Doch die EU sollte sich nicht täuschen: Es verlässt nicht nur ein Nettozahler das gemeinsame Haus.

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          Populistische Regierende mögen häufig und gerne wilde und verstörende Reden halten. Am Ende des Tages neigen sie gerade auf internationalem Terrain nach viel Brimborium dann doch zu Verhandlungslösungen, in denen ihre ursprünglichen, vermeintlich nicht verhandelbaren Forderungen nicht einmal mehr als Erinnerungsposten Erwähnung finden. Spaltung im eigenen Land zu betreiben und dabei den eigenen Machterhalt nicht aus den Augen zu verlieren, verbraucht offenbar so viele Energien, dass unbarmherzige Konfliktlösungen auf der internationalen Ebene wenig erfolgversprechend erscheinen.

          Das gilt für das Wirken des griechischen Premierministers Alexis Tsipras und seines ebenso großsprecherischen wie konfusen Finanzministers Yanis Varoufakis in der Griechenland-Krise vor ein paar Jahren ebenso wie heute für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und den britischen Premierminister Boris Johnson. In Verhandlungen mit solchen Politikern darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wer in den vergangenen Jahren Matteo Salvinis Geraune über einen eventuellen Euro-Ausstieg Italiens ernst nahm, war selbst dran schuld.

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