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„Ernüchternde“ Zwischenbilanz : Deutsche Brauereien verkaufen 12,7 Millionen Bierkisten weniger

Besucher eines Biergartens am Ammersee genießen das schöne Wetter. Bild: dpa

Der kühle und nasse Mai habe das Geschäft verhagelt, sagt der Hauptgeschäftsführer des Brauerbunds. Im ersten Halbjahr ist der Absatz um 127 Millionen Liter zurückgegangen. Vor allem der Billiganbieter Oettinger verliert.

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          Die deutschen Brauereien verkaufen immer weniger Bier. In den ersten sechs Monaten des Jahres haben sie rund 4,6 Milliarden Liter Bier abgesetzt, also 2,7 Prozent oder 127 Millionen Liter weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Umgerechnet entspricht das einem Minus von rund 12,7 Millionen Bierkisten. Knapp 82 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Jahr startete für die Brauer zwar gut, doch dann habe der kühle und nasse Mai vielen Brauereien und Biergärten „das Geschäft verhagelt“, sagt Holger Eichele, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes. Der Juni in diesem Jahr sei zwar als wärmster Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingegangen, doch im Vorjahr habe im Juni die Fußball-WM für mehr Absatz gesorgt, daran hätten die Brauer in diesem Jahr „wie erwartet nicht anknüpfen“ können. Die Zwischenbilanz sei daher „etwas ernüchternd, aber keineswegs überraschend“.

          Alkoholfreier Aufwärtstrend

          Gut entwickelt sich im Gegenzug weiterhin der Absatz alkoholfreier Biere. Das Segment mache mittlerweile knapp sieben Prozent des Gesamtabsatzes in Deutschland aus. Sie sind nicht in der amtlichen Statistik enthalten. Laut Brauerbund lag der Absatz Anfang Mai 6,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Der Brauerbund rechnet weiter mit einem Aufwärtstrend: In Zukunft werde „jedes zehnte in Deutschland gebraute Bier alkoholfrei sein“.

          Weiter aufwärts geht es indes auch mit der Zahl der Brauereien in Deutschland. Erstmals seit Jahren war die Zahl der Brauereien im Frühjahr des vergangenen Jahres über die Marke von 1500 gestiegen. Mittlerweile zählen die Statistiker dank vieler Neugründung kleiner Mini-Brauereien etwa 1659 angemeldete Braustätten in Deutschland, die meisten brauen allerdings vernachlässigbar geringe Mengen.

          Unter den großen Biermarken verlor im vergangenen Jahr laut dem Branchendienst Inside vor allem der Billiganbieter Oettinger Marktanteile, leichte Verluste mussten auch der Marktführer Krombacher sowie Veltins und Bitburger hinnehmen. Die zuvor gebeutelten Marken wie Warsteiner und Hasseröder konnten dagegen zuletzt leicht Marktanteile hinzugewinnen. Insgesamt habe die Branche zwar weniger Bier verkauft, dafür aber zu höheren Preisen.

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