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Brasiliens Kirchenimperium : CEO von Gottes Gnaden

Der 73-jährige Edir Macedo hat sich vom Sohn eines Einzelhändlers zum Milliardär gemausert – mit dem Geld der Gläubigen seiner selbst gegründeten evangelischen Kirche. Bild: Folhapress

Edir Macedo hat den Glauben zum Geschäft gemacht und ein Kirchenimperium geschaffen. Sein bester Kunde ist Brasiliens neuer Präsident – und die langjährigen Visionen des Millionärs scheinen plötzlich greifbar nahe.

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          Auf den ersten Blick wirkt Edir Macedo wie ein unscheinbarer alter Mann. Das Einzige, was an dem 73-Jährigen auffällt, sind die Hände: Die Daumen sind zu klein, die Zeigefinger steif, ein angeborenes Leiden.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch wenn der Brasilianer den Altarraum einer Kirche betritt, geht eine Verwandlung mit ihm vor: Er faltet die Hände dann nicht mehr vor dem Körper ineinander, so dass man die Missbildung schwerer erkennen kann, sondern breitet zur Begrüßung weit die Arme aus. Er geht auf und ab, spricht dabei lauter und lauter, irgendwann schreit er fast: „Wen ihr zum Ersten in eurem Leben macht, der macht euch zum Ersten. Macht Gott zum Ersten, dann steht ihr auch bei ihm an erster Stelle. Amen!“

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