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Branchen (125): Unterhaltungselektronik : Schluss mit geizig

  • -Aktualisiert am

Klare Gewinner in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres waren die LCD-Fernseher. Diese Geräte dominieren den Markt in den eher kleineren Bildschirmdiagonalen, dringen heute aber schon in die Größenordnungen vor, die ehemals nur den Plasmageräten vorbehalten waren. Allein von diesen LCD-Bildschirmen wurden in Deutschland von Januar bis September vergangenen Jahres mehr als 2,5 Millionen Stück verkauft. Das sind fast 62 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Hecker schätzt dabei den Preisverfall auf immerhin 20 bis 30 Prozent pro Jahr. So legte der Umsatz mit diesen Geräten lange nicht so schnell zu wie die verkauften Stückzahlen. Das Umsatzplus im LCD-Geschäft von gut 27 Prozent ist zwar noch ansehnlich, entspricht aber noch nicht einmal der Hälfte der Zuwachsraten im Verkauf. Entsprechend arbeiten die meisten Anbieter in der Branche weiterhin mit kleinen einstelligen Umsatzmargen. Nur wenige Premiumhersteller können zweistellige Margen erreichen. Noch härter hat es die Hersteller der Plasmabildschirme getroffen. Hier legte der Absatz in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres um rund 23 Prozent auf 365.000 Stück gegenüber dem Vorjahr zu. Der Umsatz aber verringerte sich in diesem Zeitraum sogar um knapp 13 Prozent auf 490 Millionen Euro. Besiegelt ist unterdessen das Schicksal der Bildröhre. Der Verkauf dieser Geräte ging um 45 Prozent und der Umsatz um 54 Prozent auf 258 Millionen Euro zurück.

Nach Angaben aus der Branche wird die Begeisterung für die hochauflösenden Flachbildschirme auf der einen Seite von denen getragen, die bisher einen Röhrenfernseher besessen haben. Zusätzlich würden diejenigen wieder investieren, die sich vor zwei oder drei Jahren als erste einen flachen Fernseher gekauft hätten. Denn seither habe sich technisch und in Sachen Bildqualität sehr viel getan.

Gesättigter DVD-Markt

Im Gegensatz zu dem Markt der Fernseher zeigt der Absatz von DVD-Abspielern und -Rekordern Zeichen für eine Sättigung. Offenbar haben inzwischen die meisten Haushalte in solche Geräte investiert und verzichten derzeit auf eine Ersatzinvestition. Die meisten Kunden warten derzeit die Entwicklung bei den neuen Speichermedien HD-DVD und Bluray ab, die seit einigen Monaten in den Läden stehen. So ging der Absatz der DVD-Rekorder um 19 Prozent zurück, der Umsatz mit diesen Geräten verringerte sich um 20 Prozent.

Über den Absatz der neuen Generation der Speichergeräte, die bis zu 50 Gigabyte und damit deutlich mehr Daten auf einer Silberscheibe lagern können als die DVD, liegen bisher noch keine genauen Angaben vor. In der Branche ist aber zu hören, dass viele Verbraucher durchaus Interesse an den Geräten hätten, da sie bisher nur mit solchen Zuspielern die hochauflösenden und damit kristallklaren Bildschirme ihrer neuen LCD- oder Plasma-Fernseher voll ausreizen könnten.

Perfekter Ton zum perfekten Bild

Ein anderes Wachstumsfeld sind die mobilen Navigationssysteme, die im vergangenen Jahr abermals einen Absatzrekord verbuchten. Allein in den Monaten bis einschließlich September wurden knapp 2,4 Millionen dieser kleinen Wegweiser verkauft. Das waren 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch hier aber regiert ein gnadenloser Preiswettbewerb den Markt. So konnte der Umsatz mit einem Plus von 39 Prozent auf 728 Millionen Euro bei weitem nicht mit dem Wachstumstempo der Stückzahlen mithalten.

All diese Entwicklungen lassen die Branche hoffnungsvoll in das Jahr 2008 blicken. Die Fernseher werden das Geschäft wieder dominieren. Zugleich rücken auch die daran angeschlossenen Zusatzgeräte immer stärker in den Fokus der Konsumenten. „Wer jetzt das perfekte Bild hat, möchte künftig auch den perfekten Ton“, beschreibt Rainer Hecker eine Hoffnung der Branche auf neue Träger für weitere Wachstumsimpulse.

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