https://www.faz.net/-gqe-92ne8

Ehemaliger Tennisstar : Boris Becker in ganz Europa insolvent

Boris Becker ist seit einigen Monaten „Head of Men’s Tennis“ beim Deutschen Tennis-Bund. Bild: dpa

Eine deutsche Kanzlei soll für die britischen Insolvenzverwalter die Vermögenswerte von Boris Becker feststellen. Die hat jetzt Tipps für seine Schuldner.

          1 Min.

          Wer künftig an den ehemaligen Tennisstar Boris Becker zahlt, der zahlt höchstwahrscheinlich zweimal, einmal an Boris Becker selbst und ein zweites Mal an dessen Insolvenzverwalter. Dem kann man entgehen, indem man gleich an den Insolvenzverwalter zahlt. Der Kölner Insolvenzfachmann Jan Groß (Kanzlei Ebner Stolz) verweist darauf, dass spätestens seit der Bekanntgabe des Insolvenzverfahrens gegen Becker durch das Amtsgericht Heidelberg vor wenigen Tagen sich niemand mehr unwissend stellen könne.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Spätestens mit dieser Bekanntgabe handele jeder im juristischen Sinne bösgläubig, der seine Verbindlichkeiten gegenüber Becker direkt und nicht über den Insolvenzverwalter begleiche. Damit tritt der Anwalt dem von Becker vermittelten Eindruck entgegen, gegen ihn liege nur in Großbritannien eine Insolvenz über sein Vermögen vor.

          „Die Insolvenz in einem EU-Staat gilt europaweit“, sagt Groß, der im Namen der britischen Insolvenzverwalter aus der Kanzlei Smith & Williamson in Deutschland die Vermögenswerte und Forderungen des früheren Tennisprofis feststellen soll. Darunter würden auch Gagen oder Honorare fallen, die Becker für Auftritte im Fernsehen bekäme. In den Medien war kürzlich über solche Auftritte spekuliert worden.

          Groß untersucht auch, ob Becker noch verwertbares Immobilienvermögen besitzt. „Der Fall ist nicht ganz hoffnungslos“, antwortet Groß auf eine Frage nach dem unbelasteten Immobilienvermögen des ehemaligen Tennisstars. Über das Vermögen von Boris Becker war in Großbritannien am 21. Juni die Insolvenz eröffnet worden. Bei der britischen Kanzlei haben seither Gläubiger – bisher ungeprüfte – Forderungen über 61 Millionen Euro gegen Becker angemeldet. Ihnen steht aber nur ein sehr geringes Vermögen auf Beckers Seite gegenüber.

          Weitere Themen

          Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021 Video-Seite öffnen

          Einbruch der Wirtschaft : Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021

          Nach dem Einbruch der deutschen Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr wieder mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,0 Prozent. Damit senkte die Regierung ihre Wachstumsprognose - in ihrer Herbstprojektion war sie noch von einem Plus von 4,4 Prozent ausgegangen.

          Das Ende von Emotet

          Schlag gegen Cyberkriminelle : Das Ende von Emotet

          Unter Führung deutscher Ermittler ist die wohl gefährlichste Schadsoftware der Welt lahmgelegt worden. Die Spur führte bis in die Ukraine. Die Suche nach Tätern geht indes weiter.

          Topmeldungen

          Schlag gegen Cyberkriminelle : Das Ende von Emotet

          Unter Führung deutscher Ermittler ist die wohl gefährlichste Schadsoftware der Welt lahmgelegt worden. Die Spur führte bis in die Ukraine. Die Suche nach Tätern geht indes weiter.
          EU-Kommissarin Stella Kyriakides am Mittwoch in Brüssel

          Produktionsprobleme : Impfstreit zwischen der EU und Astra-Zeneca eskaliert

          Hat das britische Unternehmen der EU feste Lieferzusagen gemacht? Der Chef streitet dies ab. Am Mittwochabend soll es nun ein Krisengespräch geben. Zuvor appelliert Kommissarin Kyriakides an das Unternehmen: „Wir verlieren jeden Tag Menschen.“
          Corona-Impfung: Viele Deutsche haben Zweifel, dass die Krise dadurch schnell überwunden wird.

          Allensbach-Umfrage : Viele Deutsche zweifeln an der Impfstrategie

          Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung ist gewachsen, aber das Vertrauen in die schnelle Verteilung des Impfstoffs ist gering. Und der Rückhalt für den politischen Kurs in der Pandemie schwindet.
          Gewagter Vorstoß: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU)

          Aussagen zur Schuldenbremse : Grüne Freude über Helge Braun

          Im Superwahljahr stehen die Grünen vor einer strategischen Herausforderung: Sie müssen sich von der Laschet-CDU abgrenzen und möglichst viele Merkel-Wähler zu sich holen. Brauns Vorstoß zur Schuldenbremse kommt da gerade recht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.