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Bord-Gastronomie : Leider ohne Speisewagen

  • -Aktualisiert am

Auch künftig viel Plastik: So soll das Bordbistro im neuen ICx aussehen Bild: dapd

Früher, wenn der Zug rappelvoll war, setzte ich mich in den Speisewagen. Dort waren die Tische weiß gedeckt und die Bedienung freundlich. Jetzt bin ich wieder Zug gefahren, ICE natürlich. Doch wie war ich enttäuscht!

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          Seit mehr als zehn Jahren bin ich keine langen Strecken mehr mit dem Zug gefahren. Trotzdem habe ich gute Erinnerungen an vergangene Reisen. Im Zug mussten die Leute ihren Alltag für ein paar Stunden unterbrechen, legten die Füße hoch, packten die gekochten Eier aus - und dann wurde gequatscht. Und wenn der Zug rappelvoll war, setzte ich mich in den Speisewagen. Dort waren die Tische weiß gedeckt und die Bedienung freundlich.

          Jetzt bin ich wieder Zug gefahren, ICE natürlich. Doch wie war ich enttäuscht! Im Zug war es eiskalt, mein reservierter Platz war in einem Großraum, der vollkommen beengt war. Hier war man froh, wenn sich keiner neben einen setzte. Sowieso kommen im ICE von heute keine Gespräche mit dem Nachbarn auf. Der telefoniert, trägt Kopfhörer, guckt Filme auf dem Laptop an. Wie seltsam: So viele Menschen in einem Raum und doch ist jeder für sich, vereinzelt.

          Da freute ich mich richtig auf den Speisewagen. Doch welches Ärgernis! Es gab nur vier Tische, aus hässlichem Plastik, trotzdem alle belegt. Blieb nur das, was die Deutsche Bahn „Bistro“ nennt: eine Art überteuerter Kiosk mit Stehtischen davor - aus Plastik natürlich. Ich bestellte mir zu völlig überzogenen Preisen einen Kartoffelsalat mit Würstchen und ein Wasser, dazu einen Nachtisch. Das war zu viel, um es alles gleichzeitig zum Stehtisch zu tragen. „Können Sie mir das bringen?“, fragte ich den Herrn hinter der Theke. „Nein“, sagte er ungerührt. Ich habe ihm keinen Pfennig Trinkgeld gegeben. Aber ich fürchte, das war er längst gewohnt.

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