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Südamerika : Bolivien will keine Hühner-Spende von Bill Gates

  • Aktualisiert am

Bill Gates präsentierte seine Hühner-Spendenaktion in der vergangenen Woche in einem Wolkenkratzer in New York. Bild: Reuters

Eigentlich wollte der Microsoft-Milliardär Hühner für bedürftige Familien in armen Ländern spenden. Die Regierung in Bolivien reagiert verschnupft. Man lebe nicht mehr wie vor 500 Jahren.

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          Die linksgerichtete Regierung von Evo Morales in Bolivien hat am Mittwoch eine Spende von Bill Gates abgelehnt. Der Microsoft-Gründer hatte vergangene Woche angekündigt, seine Stiftung wolle 100.000 Hühner an Familien in armen Ländern spenden. Die sozialistische Regierung in Bolivien empfindet die Aktion offensichtlich als ahnungslose Anmaßung. Bevor er solche Angebote mache, sollte sich der Software-Pionier einmal mit den blühenden Geflügelfarmen des Andenlandes befassen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters, einen Beamten.

          „Wie kommt er darauf, dass wir wie vor 500 Jahren leben würden, mitten im Dschungel, ohne zu wissen, was wir produzieren sollten?“, fragte Boliviens Entwicklungsminister Cesar Cocarico laut Reuters Journalisten: „Er sollte aufhören, über Bolivien zu reden“.

          Bill Gates spricht zu Journalisten über seine Spende, hinter ihm ein aufgebauter Hühnerstall.
          Bill Gates spricht zu Journalisten über seine Spende, hinter ihm ein aufgebauter Hühnerstall. : Bild: Reuters

          Bill Gates hatte in der vergangenen Woche in einem Blogbeitrag unter dem Titel „Warum ich Hühner züchten würde“ auf die Aktion aufmerksam gemacht. Die Geflügelzucht sei ein probates Mittel, armen Familien zu helfen. Mit seiner Spendenaktion will Gates sehr armen Länder helfen, vorwiegend in Afrika, aber auch in Südamerika. Die Geflügelhaltung sei einfach und billig und könne einen Beitrag zur Ernährung leisten.

          In Boliviens Geflügelfarmen werden laut Angaben des dortigen Industrieverbandes jährlich 197 Millionen Hühner produziert. Das Land könne 36 Millionen Hühner im Jahr exportieren.

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