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Börsendebüt des Kurznachrichtendienstes : Die Männer hinter dem Börsengang von Twitter

Die Aktie des Kurznachrichtendienstes Twitter startete mit einem Kurs von 45,10 Dollar Bild: REUTERS

Es war der größte Börsengang eines Technologieunternehmens seit Facebook. Vier Männer spielten dabei eine entscheidende Rolle: der Erfinder, der größte Aktionär, der Vorstandsvorsitzende und der Banker.

          Twitterer Nummer eins

          Der erste „Tweet“ stammte von ihm: „Just setting up my twttr“, so teilte Jack Dorsey im März 2006 der Welt mit, dass er gerade sein Twitter-Profil einrichtet. Dorsey gilt als Erfinder von Twitter, auch wenn es verschiedene Versionen über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens gibt. So hat ein Mitarbeiter aus der Anfangszeit, Noah Glass, beklagt, seine tragende Rolle bei der Gründung von Twitter sei nicht genügend gewürdigt worden. Der Journalist Nick Bilton von der „New York Times“ schreibt in einem gerade erschienenen Buch, dass Glass Opfer einer von Dorsey angezettelten Intrige war und auf dessen Betreiben hin aus dem Unternehmen gedrängt wurde. 2008 ereilte Dorsey selbst ein ähnliches Schicksal, als er seinen Posten als Vorstandschef in einem offenbar alles andere als einvernehmlichen Manöver abgeben musste.

          Jack Dorsey, Vorsitzender des Verwaltungsrats bei Twitter
          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Er sagte der Zeitschrift „Vanity Fair“ später, das sei „wie ein Schlag in die Magengrube“ gewesen. 2010 kehrte Dorsey zwischenzeitlich wieder als Produktchef zu Twitter zurück, gab die Rolle aber wieder auf und beschränkt sich seither auf seine Aufgabe als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Außerdem tritt er noch immer oft als Botschafter für Twitter in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Ansonsten konzentriert er sich auf sein anderes Unternehmen Square, einen von ihm gegründeten Spezialisten für mobile Bezahlsysteme, den er als Vorstandschef führt. Medienberichten zufolge will Square im kommenden Jahr Twitter an die Wall Street folgen. An Twitter hält der 36 Jahre alte Dorsey knapp 5 Prozent der Aktien.

          Der Milliardär

          Evan Williams gehörte zu den Mitgründern von Twitter und war einmal Vorstandsvorsitzender; heute hat er mit dem operativen Geschäft nichts mehr zu tun und hält nur noch einen Sitz im Verwaltungsrat. Dennoch wird er nun mit dem Börsengang zum einzigen Twitter-Milliardär, jedenfalls auf dem Papier. Er ist mit einem Anteil von 12 Prozent der größte Einzelaktionär. Seine knapp 57 Millionen Aktien haben beim Ausgabepreis von 26 Dollar einen Wert von knapp 1,5 Milliarden Dollar. Vielleicht erinnert sich der 41 Jahre alte Williams angesichts dieses Reichtums an eine seiner früheren Selbstbeschreibungen: „Ursprünglich ein Bauernjunge aus Nebraska, der im Beruf und im Leben viel Glück hatte.“ Williams hat eine Reihe von Unternehmen mitgegründet, nachdem er in den späten neunziger Jahren von Nebraska nach San Francisco gezogen ist.

          Evan Williams

          Er rief eine Blogging-Plattform ins Leben, die er 2003 an den Internetkonzern Google verkaufte. Er arbeitete danach einige Jahre für Google, um sich dann mit Odeo, einem Spezialisten für Podcasts, wieder ins Unternehmertum zu stürzen. Als ein Nebenprojekt von Odeo entstand Twitter und wurde bald zu einem eigenständigen Unternehmen. Twitter wurde erst von Mitgründer Jack Dorsey geführt, 2008 übernahm Williams den Vorstandsvorsitz, wurde dann aber 2010 von Dick Costolo abgelöst. Mittlerweile hat Williams wieder ein neues Internetunternehmen mit dem Namen Medium gegründet. Er beschreibt den Dienst als Kommunikationsplattform für längere Inhalte, die über dem Twitter-Limit von 140 Zeichen liegen.

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