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Boeing und die 737 Max : Jahrestag der Schande

Rote Kreuz-Mitarbeiter an der Absturzstelle in Addis Abeba am 12 März 2019 Bild: Reuters

Es ist unverzeihlich, dass es zu dem Unglück in Äthiopien kommen musste, bevor die 737 Max aus dem Verkehr gezogen wurde. Eine Rückkehr zur Normalität ist noch lange nicht in Sicht.

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          Der Absturz einer 737 Max in Äthiopien und das daraus resultierende Flugverbot für die Maschine jähren sich zum ersten Mal. Für den Hersteller Boeing ist das ein beschämender Moment. Es ist unverzeihlich, dass es zu diesem Unglück kommen musste, bevor das Flugzeug aus dem Verkehr gezogen wurde. Weniger als sechs Monate vorher war schon einmal eine 737 Max abgestürzt, und wie heute bekannt ist, gab es selbst davor im Unternehmen schon erhebliche Sicherheitsbedenken um das Modell.

          Und auch nach dem zweiten Unglück wurde weiter beschönigt. Boeing redete seine eigene Verantwortung klein, versprach eine baldige Rückkehr der 737 Max und hat viel zu lange gewartet, den Vorstandsvorsitzenden Dennis Muilenburg zu entlassen. Dessen Nachfolger David Calhoun schlägt nun andere Töne an.

          Er gibt sich kleinlaut und versucht, Fluggesellschaften, Aufsichtsbehörden und auch die Öffentlichkeit mit Boeing zu versöhnen. Es hat einen weiten Weg vor sich. Neue Sicherheitsbedenken rund um Verkabelung lassen weitere Verzögerungen befürchten. Und wann immer das Flugverbot fällt, muss Boeing ängstliche Flugreisende überzeugen, wieder in eine 737 Max zu steigen. Eine Rückkehr zur Normalität ist noch lange nicht in Sicht.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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