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BMW und Daimler : Autonome Auto-Allianz

  • -Aktualisiert am

Der Nachfolger von Daimler-Chef Dieter Zetsche, Ola Källenius. Bild: Picture-Alliance

Die Lage muss ernst sein, wenn „ewige“ Rivalen wie Daimler und BMW kooperieren. Leider überzieht die EU ihre wichtigste Industrie mit Bürokratie, statt sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen.

          Die Lage muss ernst sein, damit „ewige“ Rivalen wie Daimler und BMW kooperieren. Was zwingt die Weltmarktführer der automobilen Luxusklasse zur gemeinsamen Entwicklung autonomer Fahrzeuge?

          Es ist der Vorsprung selbst fahrender „Robotertaxis“ von Waymo, einer Tochtergesellschaft von Google. Außerdem schicken sich neue Wettbewerber aus China unter Führung dortiger Internetgiganten an, den hiesigen Platzhirschen davonzufahren. Auch die leistungsfähigen Anbieter von Elektroautos und Batterien aus Südkorea sind nicht zu unterschätzen.

          Der revolutionäre Umbruch in der individuellen Mobilität setzt die wettbewerbsintensive Autobranche dermaßen unter Spannung, dass dort kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Verglichen mit den nahezu unbeschränkten finanziellen Mitteln neuer digitaler Konkurrenten sind die Forschungskapazitäten traditioneller Hersteller überschaubar. Daimler und BMW teilen sich nun die gewaltigen Entwicklungskosten, aber sie werden aus Selbstschutz darauf achten, ihre Marken nicht zu verwischen.

          Keine industriepolitischen Kommandos

          Mehr oder weniger gehört heute schon auch Bosch zu dieser deutschen Allianz. Denn Mercedes lässt gemeinsam mit dem weltgrößten Autozulieferer bald die autonome S-Klasse durch Kalifornien fahren. Das Kartellamt hat keine Bedenken, da der Markt neu verteilt wird.

          Deutschlands autonome Auto-Allianz beweist: Unternehmer brauchen keine industriepolitischen Kommandos aus Berlin oder Paris – und Wettbewerbshüter sind keine Verhinderer. Der A380 ist wegen verlorener Subventionen für Steuerzahler ein Desaster, weil das Riesenflugzeug keine Fluggesellschaft mehr kaufen will. Man mag sich nicht ausmalen, was Industriepolitiker für einen „Airbus für autonomes Fahren“ hätten springen lassen.

          Die Auto Allianz will Standards für das autonome Fahren setzen. Leider kann sie hierbei nicht auf die Politik zählen, denn die EU ist auch auf diesem Feld uneins, im Unterschied zu China und Amerika.

          Autonomes Fahren braucht maschinelles Lernen. Auf die benötigten Testkilometer kommt man hierzulande nur schwerlich, weil das etwa in Städten nur eingeschränkt möglich ist, Künstliche Intelligenz wächst also woanders schneller. Statt einen Rahmen für die Mobilität der Zukunft zu definieren, überzieht die EU ihre wichtigste Industrie mit immer neuen Klimazielen und mehr Bürokratie. Auch das ist Industriepolitik.

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