https://www.faz.net/-gqe-9kla4

Neuer Sponsor : BMW kickt Audi beim FC Bayern München raus

Die Mannschaft von Bayern München kommt bald im BMW zum Training. Bild: dpa

Der Münchner Autohersteller BMW wird neuer Anteilseigner beim Fußball-Rekordmeister. Es geht um eine Summe von 800 Millionen Euro. BMW wird auch Anteile übernehmen.

          Spektakulärer Deal im Fußball: Der Automobilkonzern BMW wird den Konkurrenten Audi als Sponsor und Anteilseigner beim FC Bayern München ablösen. Beide Seiten hätten bereits im vergangenen Jahr eine Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit unterschrieben, sagte ein Sprecher des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), welcher dem Aufsichtsrat der Fußball-Aktiengesellschaft des Vereins angehört. Der FC Bayern wollte auf Anfrage keinen Kommentar dazu abgeben, auch BMW äußerte sich nicht.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Einigermaßen überrascht reagierte Audi auf die Information von Stoiber. „Wir haben einen Vertrag mit dem FC Bayern München bis Ende Juni des Jahres 2025“, sagte eine Sprecherin der Volkswagen-Tochtergesellschaft. Die Frage ist daher, wie BMW mit dem FC Bayern schon früher ins Geschäft kommen kann.

          Der Plan sieht vor, dass BMW nicht nur einen Werbevertrag abschließen, sondern auch den Gesellschafteranteil an der FC Bayern München AG von 8,33 Prozent kaufen muss, den derzeit Audi hält. Für die Aktien hatte der Hersteller aus Ingolstadt in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 90 Millionen Euro bezahlt.

          Wie das „Manager Magazin“ am Donnerstag meldete, ist BMW angeblich bereit, insgesamt 800 Millionen Euro zu investieren – also für einen mehrjährigen Werbevertrag und den Aktienanteil. Dies laufe auf eine Verdopplung des Betrages im Vergleich zum Audi-Engagement hinaus. Laut „Forbes“-Liste hat sich inzwischen auch der Marktwert des Klubs auf 2,6 Milliarden Euro verdoppelt. Bayern München sei der einzige global bekannte Bundesliga-Klub und ein Zugpferd in China – dem größten Automarkt der Welt, heißt es bei BMW.

          Geplant ist jedenfalls nach Informationen der F.A.Z., dass BMW das Sponsoring von Audi eins-zu-eins übernehmen wird. Dazu gehört auch die Ausrüstung des Fuhrparks und die finanzielle Unterstützung der Basketballmannschaft des FC Bayern, die ebenfalls in der Bundesliga spielt. Hier soll der Werbevertrag schon zum 1. Juli dieses Jahres greifen.

          Das Engagement von Audi hatte der einstige Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn initiiert, als er noch Chef der Premiummarke in Ingolstadt war. Seither verbindet Winterkorn und Uli Hoeneß eine enge Freundschaft. Hoeneß ist Präsident des Vereins und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG. Auf der vergangenen Hauptversammlung des Vereins hatte Winterkorn nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidiert; gegen den 71 Jahre alten Automanager ermittelt die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal.

          Für Audi sitzt der heutige VW-Chef Herbert Diess anstelle des ausgeschiedenen Rupert Stadler in dem Aufsichtsgremium. Diess überließ die herausgehobene Position beim Branchenführer des deutschen Fußballs diesmal nicht nur einem Audi-Manager. Einige werteten das im Dezember als Zeichen dafür, dass der Volkswagen-Konzern das Feld beim FC Bayern nicht einfach dem Automobilkonkurrenten BMW aus München überlassen wolle. Denn schon einige Monate ist über Gespräche zwischen dem FC Bayern und BMW spekuliert worden.

          Mit einem Einstieg von BMW würde Diess’ Platz im Bayern-Aufsichtsrat dann BMW-Chef Harald Krüger einnehmen. Krüger hat in jungen Jahren in der Amateurmannschaft von Eintracht Braunschweig gespielt – und ist Anhänger von Borussia Mönchengladbach.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kritik an AKK : „Eine Zumutung für die Truppe“

          Aus der Opposition gibt es heftige Kritik an der Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin. Kanzlerin und Union würden die „gebeutelte Bundeswehr“ für Personalspielchen missbrauchen, beklagt die FDP.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.