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Blog-Bastler : So kommt das Tagebuch flink ins Netz

  • -Aktualisiert am

Mit der richtigen Technik ist das private Weblog im Internet schnell eingerichtet. Viele Angebote gibt es sogar gratis. Tips und Tricks.

          Weblogs sind modern: Mehr als 20 Millionen Menschen in aller Welt stellen ihre Tagebücher ins Internet. Die einen preisen sie als alternative Informationsquelle, als größte Medienrevolution seit Erfindung der Druckerpresse. Die anderen sehen lächelnd auf virtuelle Tagebücher stricksüchtiger Hausfrauen herab. Ein Blog ist vor allem das, was sein Autor daraus macht. Durchaus revolutionär ist dabei, daß zum erste Mal wirklich jeder ohne besondere technische Vorkenntnisse eine Publikationsmöglichkeit und eine nahezu unbegrenzte potentielle Leserschaft hat.

          Wer sich gleich heute selbst daran versuchen will, kann das ganz einfach tun. Sogenannte Blog-Hoster nehmen ihren Kunden den technischen Teil der Arbeit ab. Ein Weblog ins Netz zu stellen ist nicht komplizierter als ein Postfach bei GMX & Co. anzulegen. Mit ein paar Klicks kommt jeder innerhalb von fünf Minuten zum eigenen Blog - das Verfassen des eigenen Eintrags natürlich nicht eingerechnet.

          Kostenlose Accounts

          Die meisten Blog-Dienstleister bieten kostenlose Accounts an, die für den ersten Testlauf völlig ausreichend sind. Man muß dafür allerdings je nach Anbieter entweder mehr oder weniger attraktive Werbebanner auf seinem Blog in Kauf nehmen oder aber mit eingeschränktem Funktionsumfang und geringerem Speicherplatz leben können. Bei Blogg.de beispielsweise gibt es ein kostenloses Weblog der werbefinanzierten Variante. Dafür bekommt man dann dieselben Leistungen, für die man sonst 5 Euro im Monat zahlen würde. Bei Twoday.net fällt die Werbung weg, dafür muß man mit erheblich weniger Speicherplatz auskommen, drei Megabyte statt 100, was sich vor allem bei Blogs mit vielen Bildern schnell bemerkbar macht.

          Natürlich kann man jederzeit auf eine Bezahlversion aufrüsten, die in der Regel ungefähr fünf Euro im Monat kostet. Will man sein Weblog kommerziell nutzen, werden meist 15 bis 20 Euro fällig. Der Leistungsumfang ist bei allen Angeboten ähnlich. Man kann mehrere Weblogs anlegen oder zusammen mit anderen Autoren ein Blog schreiben, sein Tagebuch entweder übers Internet oder via Handy und E-Mail bestücken. Wer sich nicht auf Texte beschränken will, legt Bildergalerien an oder stellt Audiodateien ein. Das Design läßt sich aus einer Reihe von Vorlagen auswählen oder ganz nach Vorliebe und Fähigkeit selbst kreieren.

          Geschmacksfragen

          Wo man sich anmeldet, ist vor allem eine Geschmacksfrage. Wichtiger als die technischen Details ist das Umfeld, in dem man sich einrichtet. Wer ein philosophisches Wort zum Sonntag an die Welt richten will, ist bei einem Anbieter wie twoday.net oder typepad.de besser aufgehoben als bei einem mit jugendlicher Zielgruppe. Ambitionierte Kommentatoren der deutschen Außenpolitik werden sich inmitten von pubertären Herz-Schmerz-Weblogs ebensowenig wohl fühlen wie angehende Literaturkritiker unter Smiley-Enthusiasten, die zwanghaft jeden Kommentar mit gelben Grinsegesichtern verzieren.

          Zu Testzwecken nahmen wir Twoday.net: Alles, was man hier braucht, ist eine funktionierende Mailadresse und ein frei wählbarer Benutzername. Der Benutzername wird unter den Einträgen im Weblog sowie in etwaigen Kommentaren erscheinen und dient ebenso wie der eigentliche Name des Blogs als Identifikation in der "Blogosphäre". Man darf ruhig eine Minute über den Namen brüten, denn man möchte weder der fünfte "Don" oder die zwölfte "Steffi" werden, noch will man ewig mit "Der Pate" assoziiert werden, bloß weil das kurzfristig ganz witzig schien. Am einfachsten ist natürlich, wenn man auf die relative Anonymität eines Pseudonyms verzichten kann und statt dessen seinen richtigen Namen einträgt.

          Blogname mit Bedacht

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