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BIP als Messzahl : Billiger Applaus

Flugzeugverkehr und Industrie in Berlin: Das schafft Wachstum - und Emissionen. Bild: dpa

Die Debatte über das Bruttoinlandsprodukt als Messzahl immer wieder von vorne zu beginnen, bringt nicht – außer Zuspruch im Netz.

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          Will man in Deutschland beklatscht werden, genügt es, Wirtschaft und Ökonomen Schlechtes zu unterstellen. So raunte Klimaaktivistin Luisa Neubauer vergangene Woche, dass vorgeschlagen werde, die Corona-Zahlen auszuhalten, damit die Wirtschaft überlebe. Mit der Wahrheit hatte das nichts zu tun – viele Herzchen auf Twitter gab es von (des-)interessierter Seite trotzdem.

          Ein paar Tage später wettert nun Politökonomin Maja Göpel, „dass BIP-Wachstum nicht das Ziel von Politik sein sollte, sondern Wohlfahrt“. Auch dafür bekam Göpel viel Zuspruch, was insofern erstaunlich ist, als dass sie lediglich wiederholte, was unter Ökonomen seit Jahren Konsens ist.

          Das Bruttoinlandsprodukt blendet vieles aus, was für das Wohl der Menschen ausschlaggebend ist, den Zustand der Umwelt und des Gesundheitssystems zum Beispiel. Allerdings korreliert das Bruttoinlandsprodukt mit vielen dieser Dinge, und niemand hat bislang eine Messzahl gefunden, die das BIP schlägt. Anstatt die Debatte immer wieder von vorne zu beginnen, sollte anerkannt werden, dass die Politik längst weiß: Wachstum ist wichtig, aber nicht alles.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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