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Billigflieger : Ryanair kündigt neue Basis in Berlin an

Ryanair expandiert in Deutschland. Bild: AFP

Die irische Fluggesellschaft will im Herbst fünf Flugzeuge am Flughafen Berlin-Schönefeld stationieren. Der Angriff gilt besonders Lufthansa und Air Berlin.

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          Ryanair macht Ernst mit der angekündigten Expansion in Deutschland: Am Donnerstag gab Europas größte Billigfluggesellschaft bekannt, ihr Flugangebot in Berlin stark auszubauen. Am Flughafen Schönefeld werde ab Oktober dieses Jahres eine neue Basis eingerichtet, auf der fünf Flugzeuge stationiert würden. Ryanair will damit seine Passagierzahlen in der deutschen Hauptstadt von derzeit rund 800.000 Fluggästen im Jahr auf 2,6 Millionen Kunden mehr als verdreifachen.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Deutschland stehe im Zentrum der Wachstumspläne von Ryanair, sagte Marketingchef Kenny Jacobs dieser Zeitung. „Wir werden unseren deutschen Kunden in Zukunft eine viel größere Auswahl an Flügen bieten“, kündigte der Ryanair-Manager an. Dieses Jahr wolle die Airline ihre Passagierzahlen in Deutschland von 7,8 Millionen auf 10 Millionen Kunden steigern. Auf Sicht von drei bis vier Jahren plant der irische Billigflieger, seinen Marktanteil hierzulande von 4 Prozent auf 15 bis 20 Prozent auszubauen.

          Dafür führe Ryanair Gespräche mit einer Reihe von deutschen Flughäfen. „Wir sind sehr daran interessiert auch in München vertreten zu sein“, sagte Jacobs. Dortmund wäre ebenfalls ein interessanter Standort für Ryanair. Auch Flugverbindungen innerhalb Deutschlands könnten in Zukunft eine Option sein.

          Mit der Offensive greifen die Iren die deutschen Konkurrenten Lufthansa und Air Berlin in deren Heimatmarkt frontal an. Ryanair ist die profitabelste europäische Fluggesellschaft. Der Börsenwert des Unternehmens ist mit rund 14 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie der der Lufthansa. Weil Ryanair beim Lieferanten Boeing zahlreiche neue Flugzeuge geordert hat, muss die Fluggesellschaft jedoch dringend ihre Passagierzahlen weiter steigern. In Zukunft kann sich Jacobs eine Kooperation mit der Lufthansa vorstellen: Ryanair könne Zubringerflüge für die Langstreckenverbindungen der Frankfurter übernehmen, sagte er. Die Lufthansa lehnt eine solche Zusammenarbeit bisher ab.

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