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Billigflieger : Germania setzt zum Rundumschlag an

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"Lufthansa im Kerngeschäft berührt": Luftfahrt-Experte Andreas Späth im F.A.Z. Business-Radio Bild:

Die Berliner Fluggesellschaft Germania will nach rund 25 Jahren nicht mehr alleine fliegen. Gemeinsam mit TUI soll der Start in eine neue Ära gelingen.

          Mit rund 25-jähriger Firmengeschichte gehört der deutsche Ferienflieger Germania schon zu den alten Hasen im Geschäft. Doch nun holt die Fluggesellschaft zum großen Schlag aus.

          Zusammen mit Preussag/TUI soll eine Billigfluglinie aus der Taufe gehoben werden, die nicht nur der Konkurrenz aus dem eigenen Lager, sondern auch der Lufthansa das Leben schwer machen soll.

          Die Wurzeln der mittlerweile in Berlin ansässigen Germania liegen in Köln-Bonn. 1978 startete Firmengründer Hinrich Bischoff mit drei Carvelle-Maschinen die ersten innerdeutschen Flüge - mit Erfolg. Keine zehn Jahre später war die Flotte des auf Charter- und Linienverkehr ausgerichtete Unternehmens auf stattliche 15 Boeing-Maschinen angewachsen. Das Erfolgsrezept der Fluglinie ist einfach: Verzichte auf Personal, schaffe straffe und schlanke Hierarchien und organisiere ein effizientes Vertriebssystem.

          Germania will hoch hinaus

          Billigflüge sollen Wachstum schaffen

          Mittlerweile gehört Germania mit rund 360 Beschäftigten und 27 Flugzeugen zu den großen Ferienfliegern in Deutschland. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte Germania erstmals 1993, als sie die so genannten Beamten-Shuttles zwischen Köln-Bonn und Berlin-Tegel, inzwischen Berlin-Schönefeld, einrichteten. Mit dem steigenden Fluggastaufkommen stieg auch die Präsenz von Germania an anderen Standorten. Inzwischen hat die Gesellschaft Außenstationen in Leipzig, Erfurt, Dresden, Münster, Hamburg, Stuttgart und Nürnberg errichtet. Nach eigenen Angaben flogen im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Menschen mit Germania und die Zeichen stehen trotz Wirtschaftsflaute auf Wachstum. Vor allem Billigflüge sollen das Wachstum generieren.

          Mit den neuen Linienstrecken zwischen Berlin und Frankfurt beziehungsweise Berlin und Köln ein durchaus machbares Vorhaben. „Diese Strecken haben Potenzial in sich“, bekräftigt ein Kenner der Branche die Chancen von Germania. Zudem scheinen die Berliner die Kostenseite fest im Griff zu haben. Auf Bordservices verzichtet Germania und sorgt somit für geringe Standzeiten der Flugzeuge, da das zeitaufwendige Beladen mit Essen und Trinken entfällt.

          Germania will ein Stück vom Kuchen

          Die geplante Billigfluglinie in Kooperation mit TUI dürfte Germania einen enormen Schub bringen. Schon jetzt entfallen 75 Prozent der Germania Charterkapazitäten auf TUI-Aufträge. Und das weitere Potenzial ist riesig. Zur Zeit beschert TUI der Lufthansa rund eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr. Sollte die neue Billigfluglinie wirklich ins Leben gerufen werden, dürfte zumindest ein Teil dieses Betrags in die Kassen der neuen Kooperation fließen.

          Weitere Wachstumsmöglichkeiten lägen zudem in der angestrebten internationalen Ausrichtung der neuen Gesellschaft. Mit dem anvisierten Ausbau der Flotte von zunächst fünf auf rund 50 Maschinen in den kommenden drei Jahren sowie der Ausweitung des Streckenplans auf internationale Angebote könnte die neue Gesellschaft die etablierten Fluggesellschaften wie Lufthansa aber auch den Mitkonkurrenten auf dem Billigflugmarkt aufmischen.

          „Das Szenario einer gemeinsamen Billigfluggesellschaft von TUI und Germania hat Fantasie in sich. Die internationale Ausrichtung ist dabei nur eine logische Konsequenz, denn nur auf dem Heimatmarkt zu operieren wäre tödlich“, beschreibt ein Branchenexperte die Einschätzung des möglichen Deals.

          Doch noch bewegen sich die Spekulationen über eine gemeinsame Fluggesellschaft von TUI und Germania in der Welt der Gerüchte. Ein TUI-Sprecher dementierte die vom „Spiegel“ aufgebrachten Planungen über eine neue Billigfluglinie. Zwar wurde bestätigt, dass innerhalb des Konzerns über einen Einstieg in das Billigfluggeschäft intensiv beraten werde, doch noch sei nicht entschieden, ob TUI einen Billigflieger an den Start bringen werde und - für den Fall der Fälle - mit welchem Partner dies vollzogen werden soll.

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