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Billiger tanken : Benzinpreis sinkt zum Ferienende

Relativ günstige Benzinpreise freuen den Autofahrer Bild: dapd

Zum Ende der Sommerferien überraschen den Verbraucher deutlich sinkende Benzinpreise . Als Grund gibt die Mineralölwirtschaft geringere Einkaufskosten für Benzin und Diesel an. Die Bahn leidet unter den niedrigeren Kosten für das Auto.

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          Es ist das vertraute Szenario: Kaum ist Reisezeit, steigen die Benzinpreise. In diesem Jahr ist das ein wenig anders. Zum Ende der großen Ferien in sechs Bundesländern tanken die Autofahrer zu deutlich gesunkenen Preisen. Für Superbenzin E10 zahlen sie derzeit im Bundesdurchschnitt 1,50 Euro je Liter – und damit 6 Cent weniger als Ende Juni. Ein Liter Diesel kostet mit knapp 1,35 Euro 4 Cent weniger als kurz vor Beginn der Ferienzeit. Ende Juni hatten die Kraftstoffpreise ihren bisherigen Jahreshöchststand erreicht. Zum Ferienstart am 7. Juli in Nordrhein-Westfalen waren die Preise im Schnitt schon um 2 Cent für Super E10 und um 3 Cent für Diesel gefallen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Mineralölwirtschaft begründet die Preissenkung mit der guten Versorgung der Rohöl- und Produktmärkte. Gleichzeitig steige die Ölnachfrage in der Welt geringer als erwartet. Neben den Ölpreisen seien daher auch die Einkaufskosten für Benzin und Diesel gefallen. „Sinkende Tankstellenpreise auch während großer Urlaubs- und Rückreisewellen sind weder ungewöhnlich noch überraschend“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV), Klaus Picard, am Freitag in Berlin. „Die Preise richten sich im Wesentlichen nach den Einkaufskosten für Benzin und Diesel. Das sind Weltmarktpreise, die sich nicht an nationalen oder regionalen Ferienkalendern orientieren.“

          Tanken wird billiger

          Benzin und Diesel würden auf den globalen Produktmärkten unabhängig vom Rohölmarkt gehandelt, sagte Picard weiter. Zur guten Versorgung der Produktmärkte trägt nach Angaben seines Wirtschaftsverbandes die starke Rohölförderung der Vereinigten Staaten von 8,7 Millionen Barrel (159 Liter) am Tag bei, dem höchsten Stand seit 1987. Die OPEC-Produktion liege stabil über 30 Millionen Barrel am Tag. Das gelte auch für die Ölproduktion des Iraks mit konstant mehr als drei Millionen Barrel am Tag. Gleichzeitig senkte die Internationale Energie-Agentur (IEA) ihre Öl-Wachstumsprognose für das laufende Jahr um 180.000 Barrel am Tag, unter anderem wegen der Konjunkturabschwächung in China und Russland. Gegenüber Juni sei der Preis der Nordsee-Sorte Brent von 115 auf 102 Dollar je Barrel gesunken.

          Der relativ günstige Benzinpreis freut den Autofahrer, belastet aber die Deutsche Bahn. Sie verzeichnet im Fernverkehr ein deutliches Minus im Vergleich zum vergangenen Jahr. Im ersten Halbjahr ging die Zahl der gefahrenen Kilometer im Fernverkehr um 2,8 Prozent zurück. „Die Ursache für gesunkene Fahrgastzahlen sehen wir nicht nur in den Fernbussen, sondern auch in den vergleichsweise niedrigen Benzinpreisen“, sagte der Sprecher von DB Fernverkehr der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Wir arbeiten zurzeit intensiv daran, mit dem Ausbau unserer Stärken – der Umweltfreundlichkeit, den schnellen Reisezeiten, einem optimalen Angebot zum Arbeiten und zum Essen, dem Entertainment an Bord und dem W-Lan-Ausbau – die Fahrgäste wieder zurückzugewinnen.“ Die Bahn hatte, abgesehen von der unerwartet starken Konkurrenz durch Fernbusse, auch wegen der Betriebsstörungen durch das Hochwasser im vergangenen Sommer und Herbst eine erhebliche Abwanderung von Kunden verzeichnet. Damals war von Juni bis November ein großer Teil des Bahnverkehrs in Mitleidenschaft gezogen. Viele Kunden sind nicht zur Bahn zurückgekehrt.

          Die Deutsche Bahn versucht derzeit auch, mit innovativen Angeboten zur stärkeren Vernetzung der Verkehrsträger, etwa mit der Smartphone-App Qixxit, neue Kundengruppen zu erschließen. Wie der „verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsberater“ Qixxit bietet mittlerweile eine Reihe von Internet-Plattformen transparente Kosten- und Umweltvergleiche zwischen Auto, Bus, Bahn und Flugzeug an.

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