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Bildungsverlierer : Kaum geboren, schon verloren

Grundschulunterricht im Februar 2021 in Frankfurt an der Oder Bild: dpa

In Ka­nada, Estland oder Finnland ist die sogenannte Bildungsdurchlässigkeit doppelt so hoch wie hierzulande. Mehr Geld allein heilt das Problem keineswegs – zumal gute Konzepte nicht einmal viel kosten müssen.

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          Von allen liberalen Werten ist die Chancengerechtigkeit ei­ner der grundlegendsten. Ist sie nicht gegeben, fällt es schwerer, zu begründen, warum vor allem Leistung, Wettbewerb und Eigenverantwortung die Prinzipien für staatliches Handeln und Helfen sein sollten. Bei kleinen Kindern geht es los. Werden ihnen nicht zumindest annähernd vergleichbare Startbedingungen ge­boten, können sie den Rückstand bei Bildung, Gesundheit und Gehalt später kaum mehr aufholen. Chancen­gerechtigkeit für die Kleinen herzustellen gehört deshalb ganz oben auf die politische Agenda. Leider ist Deutschland davon weit entfernt.

          Schon in Kindergärten und Grundschulen kommen Kinder aus verschiedenen Bildungsschichten vor al­lem in Städten kaum in Kontakt. Entsprechend weit klaffen ihre Leistungen in den ersten Klassenstufen auseinander. Kinder von Akademiker­eltern schaffen es später achtmal häufiger an eine Hochschule als Kinder von Eltern mit geringerem Bildungsabschluss. In Ländern wie Ka­nada, Estland oder Finnland ist die sogenannte Bildungsdurchlässigkeit dagegen doppelt so hoch. Das kann sich Deutschland – ein Land, in dem es gerecht zugehen soll und das auf innovative, gut ausgebildete Menschen angewiesen ist – nicht länger leisten.

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