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Bilanztricks : Banken im Enron-Sumpf

  • Aktualisiert am

US-Senat nimmt Banken unter die Lupe Bild: dpa

Offenbar haben mehrere Großbanken nicht nur von Enrons Bilanztricks gewusst, sondern dem Energiehändler dabei sogar noch geholfen.

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          Die New Yorker Banken Citigroup und J.P. Morgan Chase stehen am Dienstag im Mittelpunkt einer Anhörung des US-Senats zu den Vorgänge bei Enron. Nach Angaben verschiedener Medien sollen die beiden Finanzinstitute mit komplexen Transaktionen dem insolventen Energiehändler geholfen haben, das Ausmaß seiner Schulden zu kaschieren und die Umsätze aufzublähen.

          Diese und weitere Banken hätten von Enrons Bilanztricks gewusst und dem Unternehmen teils sogar dabei geholfen, schreibt etwa die Financial Times (FT). „Manche Finanzinstitutionen wussten nicht nur , was passiert, sie unterstützten Enron auch aktiv dabei. Im Gegenzug erhielten sie die entsprechenden Gebühren sowie eine Vorzugsbehandlungen bei anderen Geschäften“, zitiert die FT einen namentlich nicht genannten Senatsbeamten, der den Fall untersucht habe.

          Komplexe Transaktionen zur Verschleierung von Krediten

          Ein von den beiden Großbanken häufig verwendeter Mechanismus scheint die Tarnung von Krediten als Energiehandelsdeals gewesen zu sein. Die geflossenen Gelder wurden dann als Geschäftsaktivitäten und nicht als Finanzierung verbucht. So wurden die Umsätze künstlich aufgebläht, was wiederum wichtig zur Täuschung der Investoren und Analysten war.

          Bei der Citigroup lief das Vorgehen jahrelang unter dem Kodenamen „Yosemite“ ab, bei J.P.Morgan Chase hieß es „Mahonia“, schreibt das Wall Street Journal. Dank dieser und weiterer Deals habe Enron 40 Prozent weniger Schulden und einen um bis zu 50 Prozent höheren Cash-flow ausweisen können, so die Zeitung unter Berufung auf einen Senatsbeamten.

          Zudem untersuche die Enron Task Force des US-Justizministeriums außer der Rolle von Citigroup und J.P. Morgan auch die Aktivitäten von Merrill Lynch & Co und der National Westminster Bank, Tochter der Royal Bank of Scotland, zitiert die Zeitung informierte Kreise. Von keiner der betroffenen Banken war eine Stellungnahme erhältlich.

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