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Bilanzskandal : Japanischer Firmenmagnat festgenommen

  • Aktualisiert am

Festgenommen: Yoshiaki Tsutsumi, Ex-Manager von Seibu Railway Bild: AP

Einst wurde Yoshiaki Tsutsumis Vermögen auf 21 Milliarden Dollar geschätzt. Am Donnerstag nahmen Japans Behörden den Manager unter dem Verdacht des Insiderhandels und der Bilanzfälschung fest.

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          Der japanische Firmenmagnat und ehemals reichste Mann der Welt, Yoshiaki Tsutsumi, ist Medienberichten zufolge am Donnerstag unter dem Verdacht des Insiderhandels und der Bilanzfälschung festgenommen worden.

          Der 70 Jahre alte Ex-Manager der Eisenbahngesellschaft Seibu Railway werde verdächtigt, der Fälschung von Finanzdaten zugestimmt zu haben, hieß es in den Berichten. Anschließend soll er auch den Verkauf von Aktien genehmigt haben, bevor der Fälschungsskandal publik wurde.

          Vermögen auf 21 Milliarden Dollar geschätzt

          Tsutsumi soll enge Verbindungen zu japanischen Politikern gehabt haben. Ministerpräsident Junichiro Koizumi lehnte einen Kommentar zur Festnahme Tsutsumis ab. „Ich werde mich eines Kommentars enthalten, weil dies ein individueller Fall ist“, sagte er. „Aber ich war eng mit ihm vertraut.“

          Tsutsumi erweiterte die Eisenbahn- und Immobiliengesellschaft, die er von seinem Vater übernommen hatte, zu einem Wirtschaftsimperium mit weitläufigen Beteiligungen in der Tourismusbranche. 1987 wurde er von der Zeitschrift „Forbes“ zum reichsten Mann der Welt gekürt und behielt diesen Titel vier Jahre lang. Sein Vermögen wurde damals auf 21 Milliarden Dollar geschätzt.

          Tokioter Börser unbeeindruckt

          In der japanischen Wirtschaftskrise der 90er Jahre nahm auch Tsutsumis Vermögen ab, das 2004 trotzdem noch auf drei Milliarden Dollar geschätzt wurde. Regierungskreisen zufolge hat die japanische Börsenaufsicht in Zusammenarbeit mit den Strafverfolgern ebenfalls Ermittlungen gegen Tsutsumi aufgenommen.

          Die Tokioter Börser blieb unbeeindruckt von der Nachricht, die kurz vor Schluß des Morgenhandels im Fernsehen verbreitet wurde. Im Dezember vergangenen Jahres war Seibu Railways von der Tokioter Börse genommen worden, nachdem das Unternehmen die seit Jahren andauernden Manipulationen eingestanden hatte.

          Bis zu fünf Jahre Haft

          Die Staatsanwaltschaft in Tokio lehnte einen Kommentar zur Festnahme Tsutsumis und die gegen ihn erhobenen Vorwürfen ab.

          Bei einer Verurteilung wegen Fälschung von Finanzdaten droht Tsutsumi eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe von bis zu fünf Millionen Yen (rund 36.200 Euro). Insiderhandel kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis und bis zu drei Millionen Yen (rund 21.700 Euro) Geldstrafe geahndet werden.

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