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Bieterkartell : Verdacht auf illegale Absprachen zulasten der Bahn

  • Aktualisiert am

Sanierungsbedürftiger Brandschutz Bild: dpa

Als die Bahn mehrere Bahnhöfe in München sanieren wollte, bewarben sich auffällig wenig Firmen um die Aufträge. Nun besteht der Verdacht, dass sich 16 Firmen zu einer illegalen Bietergemeinschaft zusammengeschlossen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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          Die Staatsanwaltschaft München geht dem Verdacht auf illegale Absprachen zulasten der Deutschen Bahn bei einem Ausschreibungsverfahren nach. Am Vortag seien deshalb 20 Objekte vorwiegend in Bayern durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I am Mittwoch und bestätigte damit Angaben der Bahn. Gegen zwei Beschuldigte werde wegen des Verdachts auf wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen ermittelt. Insgesamt 16 Firmen sollen sich zu einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossen haben, um der Bahn ein überteuertes Angebot zu unterbreiten.

          Laut Bahn ging es um Sicherungsarbeiten für die Brandschutzsanierung an fünf Münchner Bahnhöfen. Auf eine erste Ausschreibung habe sich lediglich eine aus 13 Firmen bestehende Bietergemeinschaft beworben, deshalb sei das Verfahren aufgehoben und in fünf Abschnitte aufgeteilt worden, erklärte das Unternehmen. Danach sei die Bietergemeinschaft aber auf 16 Firmen angewachsen und habe sich wiederum auf die einzelnen Abschnitte beworben, erklärte die Bahn. Das Unternehmen sieht sich um einen niedrigen siebenstelligen Betrag geprellt.

          Zu den beteiligten Firmen machte der Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Angaben, auch zur vermeintlichen Schadenshöhe wollte er sich nicht äußern. Bei den beiden Beschuldigten handele es sich um den Inhaber einer an der Bietergemeinschaft beteiligten Firma sowie einen Mitarbeiter, der als Sprecher für die Gemeinschaft fungiert haben soll. Bei den Durchsuchungen seien Beweismittel sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden, sagte der Behördensprecher.

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