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Tillmann Neuscheler (tine.)

Bier-Kommentar : Gut gehopft

In Deutschland gibt es wieder deutlich mehr Brauereien als früher. Gut so, denn eine kleine Gegenbewegung tut der fortschreitenden Konzentration der Bierbranche gut.

          Das sind doch einmal gute Nachrichten. Es gibt wieder deutlich mehr Brauereien als früher in Deutschland. Die allermeisten sind zwar winzig, aber sie sind ein willkommenes Gegenstück zu der immer weiter fortschreitenden Konzentration in der Bierbranche, die vor eineinhalb Jahren wohl ihren Höhepunkt erreicht hat mit der Megafusion der beiden Braukonzerne AB Inbev und SAB Miller. Fast jedes dritte Bier weltweit wird heute von dem internationalen Bierkonzern produziert. Eine kleine Gegenbewegung tut der Biervielfalt im Lande gut, auch wenn die Kleinstbrauer gemessen am Bierausstoß nur eine kleine Randnotiz sind.

          In Amerika ist der Craft-Bier-Hype noch viel größer, freilich war er dort auch viel nötiger. Das deutsche Bierangebot war nie so eintönig wie früher die amerikanische. Der deutsche Biermarkt ist bis heute noch immer stark von mittelständischen Unternehmen geprägt: Krombacher, Veltins, Warsteiner und auch das Billigbier Oettinger sind alle noch in Familienhand. Wenn Bier dank der Kleinstbrauereien wieder zu höherem Ansehen gelangt, hilft das auch ihnen. Besonders profitieren aber die deutschen Hopfenanbaugebiete vom Craft-Bier-Boom, denn die Craft-Bier-Jünger lieben stark gehopfte Biere. Wer dem Boom beim Blühen zusehen will, muss daher nur in die Hallertau oder nach Tettnang am Bodensee fahren.

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