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Wirtschaftsbeziehungen : Biden soll die großen Blockaden lösen

Auf Joe Biden ruhen viele Hoffnungen. Kann ihnen der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten gerecht werden? Bild: dpa

Nach vier Jahren Donald Trump sind die Erwartungen in der deutschen Wirtschaft an den neuen Mann im Weißen Haus vielfältig. Die Erleichterung ist vielerorts zu spüren.

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          Bessere Handelsbeziehungen, neuen Schwung für den Klimaschutz, freundschaftlicher Umgang unter Partnerländern – Vertreter der deutschen Wirtschaft verbinden ganz ähnliche Erwartungen mit dem Machtwechsel in den Vereinigten Staaten wie die Bundesregierung. Die Erleichterung ist nach der Verbreitung des Siegs von Joe Biden durch die Medien fast mit den Händen zu greifen. Wie Nicola Leibinger-Kammüller, geschäftsführende Gesellschafterin der Trumpf-Gruppe, deutlich machte, geht es dabei nicht nur um Geschäftsinteressen. Sie äußerte die Hoffnung auf einen Neustart in der politischen Kultur und Sprache im Weißen Haus. Aber natürlich spielt auch die nunmehr aufgehellte Sicht auf die transatlantischen Beziehungen und die multilateralen Abkommen eine Rolle. „Dies gilt insbesondere für die Ausgestaltung des weltweiten Freihandels und der Abschottung gegenüber China und der EU.“ Zugleich regte die Chefin des schwäbischen Maschinenbauers an, in Europa darüber nachzudenken, weshalb sich viele Menschen abgehängt fühlen von der Globalisierung und den gesellschaftlichen Veränderungen.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Generell ist die Hoffnung der Familienunternehmer groß, dass sich die Handelsbeziehungen und das transatlantische Verhältnis unter Biden wieder verbessern. „Die Vereinigten Staaten und auch Europa sind durch die Corona-Krise stark getroffen worden und sollten jetzt alles daran setzen, die Vorteile eines freien Handels zu nutzen“, hob Verbandspräsident Reinhold von Eben-Worlée hervor. Wichtig wäre, dass Amerika seine Blockade in der Welthandelsorganisation aufgebe und wieder stärker auf supranationale Organisationen setze. „Gerade für die bevorstehenden Herausforderungen braucht es internationale Lösungen.“ Bidens Ankündigung, dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten zu wollen, ließen hoffen.

          Der Verband der Chemischen Industrie bezeichnete es als wünschenswert, dass Amerika wieder auf eine konstruktive Strategie einschwenke. Eine enge Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten schaffe eine „Win-win-Situation“ für beide, betonte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Der Chemieverband verspricht sich von dem Wechsel Entscheidungen, „die wissenschaftliche Fakten zugrunde legen, statt sie zu ignorieren“. Das sei unerlässlich, wenn die Weltgemeinschaft globale Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Folgen der Covid-19-Pandemie bewältigen wolle.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Biden: „Unsere transatlantische Freundschaft ist unersetzlich“, schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz twitterte: „Jetzt gibt es die Chance, ein neues und spannendes Kapitel in den transatlantischen Beziehungen aufzuschlagen.“ Es gebe viel zu tun.

          „Die Wahl war nicht nur eine Richtungsentscheidung für die USA, sondern auch für Amerikas Handelspartner“, erklärte Holger Bingmann, Präsident der Internationalen Handelskammer (ICC) in Deutschland. Für die Unternehmen habe Planbarkeit die oberste Priorität, daher hoffe man auf eine schnelle Klärung der Situation und stabile Verhältnisse. Von Biden erwartet Bingmann einen Neustart in der internationalen Handelspolitik, eine schnelle Einigung auf eine neue Generaldirektorin der WTO und neue Impulse für eine Reform des regelbasierten Handelssystems.

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