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BGA sagt voraus : Mehr als 12 Prozent Exportrückgang

  • Aktualisiert am

Hamburg: Der Containerfrachter werden am Terminal Burchardkai und am Eurogate entladen. Bild: dpa

Die Jahresbilanz für 2020 falle „trostlos“ aus, heißt es vom Außenhandelsverband. Das Vorjahreskrisenniveau werde erst im Jahr 2022 wieder erreicht.

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          Die Folgen der Corona-Pandemie lasten schwer auf dem deutschen Außenhandel und verhindern eine rasche Rückkehr zum Vorkrisenniveau. Auch wenn der Branchenverband BGA für nächstes Jahr mit aller Vorsicht ein Plus von bis zu 13 Prozent veranschlagt, erweist sich der Exporteinbruch im laufenden Jahr als herber Schlag ins Kontor: „Das Vorkrisenniveau werden wir erst 2022 erreichen, wahrscheinlich im ersten Quartal, in jedem Fall bis zum Sommer“, sagte Außenhandelspräsident Anton Börner am Dienstag. Die Jahresbilanz für 2020 falle sowohl im Außen- als auch im Großhandel „trostlos“ aus.

          Angesichts der erneuten Lockdowns in Europa erwartet der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) bis zum Jahresende einen Exportrückgang um mindestens 12 Prozent. Das US-Geschäft brach demnach bisher um knapp 16 Prozent ein und Großbritannien nahm die Folgen des Brexit vorweg. Dorthin gingen die Exporte bislang um 18,5 Prozent zurück. Auch wenn mit der Einigung der EU auf ein Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich die Aussicht auf einen „weichen Brexit“ bestehe, drohe den Unternehmen Ungemach: „Der bürokratische Aufwand, die lange Unsicherheit über die zukünftige Zusammenarbeit und der Verlust der Waren- und Personenfreiheit des europäischen Binnenmarktes stellen eine enorme Belastung in einer ohnehin schwierigen Situation dar“, warnte Börner.

          Zugleich verbindet er mit dem designierten amerikanischen Präsidenten Joe Biden die Hoffnung auf eine Rückkehr des Multilateralismus. „Joe Biden steht für mehr Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. Auch der Wettlauf um immer neue Handelssanktionen und höhere Zollschranken dürfte damit vorbei sein.“

          Der BGA vertritt als Dachverband eine Branche mit rund 125.000 deutschen Unternehmen. Diese seien mit der bisherigen Krisenpolitik „ganz überwiegend“ zufrieden, sagte Börner. Rund 40 Prozent der Firmen erlitten bereits durch den ersten Lockdown erhebliche Umsatzeinbrüche. Nachdem viele Firmen in der ersten Phase noch auf ihre Reserven zurückgreifen konnten, sehen sich über 44 Prozent nun von dem zweiten, partiellen Lockdown stärker betroffen. Nach Ansicht Börners gilt es allerdings, weitere Hilfen „sparsam“ auf Betroffene zu konzentrieren und nicht auf ganze Branchen, weil diese in den meisten Fällen viel zu heterogen seien.

          Kein Verständnis habe er für das anstehende Lieferkettengesetz, das „im Alleingang und ohne Dialog mit den Partnerländern“ durchgezogen werden solle. Das Gesetz werde dazu führen, dass kleinere Zulieferer mit geringeren Ressourcen an der „immensen Bürokratie“ scheiterten und sich zurückzögen: „Es wird zu einer weiteren Marktkonzentration kommen – und der Mittelstand ist wieder der Verlierer.“

          Als Teil globaler Wertschöpfungsketten ist der deutsche Mittelstand ohnehin bereits von Nachfragerückgängen und Produktionsunterbrechungen im Ausland betroffen, wie eine aktuelle Analyse der Förderbank KfW zeigt. Jeder dritte Mittelständler erwartet demnach, dass sich viele Unternehmen infolge der Corona-Krise aus globalen Wertschöpfungsketten zurückziehen werden. „Unternehmen, die sich auf nur wenige Märkte konzentrieren können oder müssen, sind besonders verwundbar,“ so KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Mittelständler seien daher gut beraten, neue Absatz- und Beschaffungsmärkte zu erschließen.

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