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Einwohnerzahlen : In Deutschland leben mehr Menschen als je zuvor

  • Aktualisiert am

In Deutschland leben nun 83,0 Millionen Menschen. Bild: dpa

Obwohl in Deutschland viel mehr Menschen sterben als geboren werden, steigt die Bevölkerungszahl auf ein neues Rekordhoch. Auch der Ausländeranteil nimmt deutlich zu.

          Die Bevölkerung Deutschlands ist im vergangenen Jahr um 227.000 Menschen gewachsen. Zum Jahresende lebten 83,0 Millionen Personen in Deutschland, das entspricht einer Zunahme um 0,3 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hat die Bevölkerungszahl damit erstmals die Marke von 83 Millionen Einwohnern überschritten.

          Die steigende Bevölkerungszahl ist darauf zurückzuführen, dass 386.000 Personen mehr zu- als abwanderten. Allerdings lag dieser sogenannte Wanderungsüberschuss im Jahr 2017 mit 416.000 Personen noch höher. Gleichzeitig überstieg die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geburten um 167.000 (Geburtendefizit 2017: 147.000 Personen). Somit war der Wanderungsüberschuss etwas niedriger und das Geburtendefizit höher als im Vorjahr.

          Die Bevölkerungsentwicklung verlief regional unterschiedlich: In absoluten Zahlen stieg die Bevölkerung am stärksten in Bayern (plus 79.500 Personen), gefolgt von Baden-Württemberg (plus 46.100) und Berlin (plus 31.300). Dagegen ging die Bevölkerungszahl in Sachsen-Anhalt zurück (minus 14.800), ebenso in Thüringen (minus 8100) und im Saarland (minus 3700).

          Insgesamt bleibt ein deutliches Ost-West-Gefälle sichtbar: Die Bevölkerungszahl stieg in allen westlichen Ländern mit Ausnahme des Saarlands an. In den neuen Bundesländern verzeichnete hingegen nur Brandenburg einen Zuwachs (7900 Menschen), in den anderen Ländern war die Bevölkerungszahl rückläufig oder nahezu konstant. Insgesamt nahm die Bevölkerung der neuen Bundesländer (ohne Berlin) um 19.800 Personen (0,2 Prozent) leicht ab und ist nach Berechnungen des Ifo Dresden inzwischen sogar auf den Stand des Jahres 1905 zurückgefallen. „Die Einwohnerzahlen beider Landesteile driften trotz Wiedervereinigung nahezu ungebremst auseinander. Die anhaltende Wucht der deutschen Teilung wird bis heute in der Öffentlichkeit völlig unterschätzt“, sagte Studienautor Felix Rösel dazu.

          Ausländeranteil steigt auf 12,2 Prozent

          Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 11,7 auf 12,2 Prozent. Am 31. Dezember 2018 lebten rund 72,9 Millionen deutsche und 10,1 Millionen ausländische Staatsbürger in Deutschland.

          Generell ergibt sich die Entwicklung der Bevölkerung zum einen aus den Geburten und Sterbefällen, zum anderen aus den Zu- und Fortzügen, die von den Meldebehörden den Statistischen Ämtern mitgeteilt werden. Zudem fließen Korrekturen in die Berechnung ein. Korrekturen entstehen, wenn Behörden zuvor mitgeteilte Datensätze vervollständigen oder berichtigen.

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