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Kommentar : Von wegen schrumpfen

Deutschlands Bevölkerungszahl könnte auf Jahrzehnte stabil bleiben - auch dank der Zuwanderung. Die Sicherungssysteme entlastet das aber nur, wenn Migranten zu Beitragszahlern werden.

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          Nicht mal auf die Demographie ist mehr Verlass. Jahrzehntelang galt die Erkenntnis als gesichert, dass Deutschlands Bevölkerung unaufhaltsam schrumpfen wird, weil die Babyboomer die nötige Reproduktion verweigert haben. Das ändert sich zum Glück, die Zahl der Geburten steigt wieder.

          Nun vollzieht die Regierung eine Kehrtwende und geht davon aus, dass die Einwohnerzahl zwischen Flensburg und Garmisch bis 2060 stabil bleiben könnte. Endlich hat damit auch die amtliche Statistik zur Kenntnis genommen, dass mehr Geburten und der Zustrom von Migranten keine Kurzzeitphänomene sind. Beides kann jedoch die Alterung der deutschen Gesellschaft allenfalls dämpfen. Auch wenn die Zahl der Flüchtlinge gegenwärtig sinkt, übt das wirtschaftlich starke Deutschland auf Menschen in aller Welt eine hohe Anziehungskraft aus.

          Allein in Afrika sitzen Millionen auf gepackten Koffern. Das Plus an Köpfen verheißt den sozialen Sicherungssystemen allerdings nur dann Entlastung, wenn Migranten auch zu Beitragszahlern werden. Misslingt hingegen die Integration in den Arbeitsmarkt, erhöhen mehr Transferempfänger die ohnehin hohen Kosten für die Beitrags- und Steuerzahler.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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