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Plastische Chirurgie : Manager im Schönheitswahn

  • -Aktualisiert am

Viele Männer verlieren ihre Haare. Eine Haartransplantation schafft Abhilfe. Bild: mauritius images

Schöne Menschen sind erfolgreicher. Das haben auch Männer gemerkt. Sie gönnen sich Haartransplantate, Botox und Laserbehandlung – manchmal kurz vor einer Vorstandssitzung.

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          Andreas Kohlhas muss unters Messer. Es ist nichts Dramatisches, nur eine Schönheitsoperation. Mittlerweile ist sie schon zur Routine geworden, fast einmal im Jahr ist er dort: Botox-Spritze, Hyaluronsäure und Laserbehandlung. Dabei ist Kohlhas erst junge 38 Jahre alt – und attraktiv obendrein: groß gewachsen, dunkle Haare und ein nettes Lächeln im Gesicht. Nicht gerade die Art Patient, die man klassischerweise beim Schönheitschirurgen erwarten würde. Als Unternehmensberater bereist er die ganze Welt und ist sich sicher: „Ein gepflegtes, ästhetisches Aussehen ist im Business sehr nützlich.“ Sein Ziel: mit 50 Jahren auf 30 geschätzt werden. „Ich möchte frisch und jugendlich aussehen und nicht verbraucht“, sagt Kohlhas. Das Geld für die Botox-Spritzen verbucht er als gut angelegte Investition.

          Längst ist er nicht mehr der Einzige, der seinem schönen Äußeren mit mehr als nur Feuchtigkeitscreme nachhilft. Unerkannt bleiben möchte er in diesem Artikel trotzdem, Andreas Kohlhas heißt in Wirklichkeit anders. Der Markt für plastische Chirurgie boomt. 2017 wurden rund um die Welt 23 Millionen Schönheitsoperationen durchgeführt. Das sind fast 66 Prozent mehr als noch 2010. Die meisten davon waren Behandlungen mit Botox gegen die Falten, Fettabsaugungen oder Brustoperationen. In Deutschland unterzogen sich in diesem Zeitraum nach Zahlen der Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie fast 33.000 Menschen einer medizinisch nicht notwendigen Operation, ein Fünftel davon sind Männer.

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