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Besteuerung der „Superreichen“ : Geht der Fiskus mit Milliardären zu sanft um?

  • -Aktualisiert am

Bild: Peter von Tresckow

Milliardäre werden vom Fiskus im Vergleich zu Normalverdienern zu stark verschont, finden viele. Woher kommt dieser Eindruck? Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Vergangenen Herbst hat eine Analyse der US-Regierung für Aufsehen gesorgt, wonach die Steuerlast der 400 reichsten Amerikaner nur etwa 8 Prozent ihres Einkommens beträgt. Das ist deutlich weniger als der Durchschnittssteuersatz vieler gewöhnlicher Amerikaner. Wie kann es sein, dass Milliardäre im Verhältnis zu ihrem Einkommen weniger Steuern zahlen als etwa Menschen mit mittleren Einkommen?

          Dazu muss man sich die Einkommensstruktur vieler „Superreicher“ vor Augen führen. Beispiel: Elon Musk, momentan der reichste Mensch der Welt. Sein Vermögen wird von der Nachrichtenagentur Bloomberg derzeit auf rund 220 Milliarden Dollar geschätzt. Er bezieht kein nennenswertes Lohneinkommen, und die von ihm gegründeten Unternehmen Tesla und SpaceX zahlen auch keine Dividenden aus. Damit ergibt sich für Elon Musk steuerbares Einkommen nur dann, wenn er seine Firmenanteile verkauft: In diesem Fall realisiert er Kapitalgewinne. Dieses Muster ist typisch: Während für die meisten Menschen Lohneinkommen die einzige Einkommensform darstellt, sind Kapitalgewinne die wichtigste Quelle am oberen Ende der Verteilung.

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