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Berufsrecht : Ärzte verlangen Polizeibefugnisse gegen Korruption

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Die Firma Ratiopharm soll jahrelang Ärzten Geld dafür bezahlt haben, dass sie den Patienten bevorzugt ihre Präparate verordnen. Bild: dapd

Die Ärzteschaft sorgt sich wegen korrupter Kollegen in ihren Reihen um ihr Ansehen. Ärztepräsident Montgomery fordert mehr Ermittlungsrechte für die Ärztekammern.

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          Die Bundesärztekammer fordert mehr Ermittlungsrechte für Ärzte zur Aufdeckung von Korruption. Für die Kammern sei es zuweilen schwierig, Ermittlungen zügig und effizient abzuwickeln, weil ihnen „polizeiähnliche Kompetenzen“ fehlten, sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery dem „Deutschen Ärzteblatt“: „Unser Kernproblem ist, dass wir kein Recht haben, uns Zutritt zu Akten, zu Wohnungen oder Praxen zu verschaffen.“

          Der Gesetzgeber solle Staatsanwaltschaften erlauben, mit den ärztlichen Berufsgerichten gemeinsame Ermittlungen zu führen, auch wenn strafrechtlich nicht relevante Delikte - wie die Annahme von Zuwendungen durch niedergelassener Ärzte - untersucht würden.

          Auch gegen einen neuen Strafrechtsparagraphen hat Montgomery nichts einzuwenden, sofern dieser alle Freiberufler betrifft. Zudem müsse der Strafrahmen im Berufsrecht erhöht werden.

          Montgomery bestätigte, dass die Kammern in rund 500 Fällen vorgegangen seien. Dazu seien fast ebenso viele Verfahren in Zusammenhang mit dem Pharmakonzern Ratiopharm gekommen.

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