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Bertelsmann : Par „Excellence“ an die Börse

  • Aktualisiert am

Hat ehrgeizige Ziele, Bertelsmann-Chef Middelhoff. Bild: dpa

Bertelsmann-Chef Middelhoff will seinen Konzern börsenfit machen. Ein Strategiepapier sieht schmerzhafte Veränderungen vor.

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          Thomas Middelhoff, Chef im Hause Bertelsmann, will seinen Konzern börsentauglich machen. Vorher müssen aber die Rendite gesteigert, die Kapitalmarktorientierung verstärkt und die Beteiligungsgeflechte des Unternehmens bereinigt werden, räumte ein Konzernsprecher ein.

          Die genannten Probleme sollen im Rahmen der so genannten „Excellence“-Initiative gelöst werden, die der Bertelsmann-Vorstand trägt. Dabei handelt es sich um einen Vorstoß, mit dem Ergebnis und Rendite von Bertelsmann verbessert werden sollen. Wann genau der Konzern an die Börse gebracht werden soll, wurde allerdings bislang noch nicht verraten.

          Worum es geht

          Der Sprecher teilte weiterhin mit, Middelhoff habe in einem unternehmensinternen Schreiben an die Führungsetage die Eckpunkte der zu treffenden Maßnahmen festgehalten. In dem Schreiben habe Middelhoff den hohen Stellenwert einer „intensiven Kostenorientierung“ und einer „maximalen Ausschöpfung der Umsatzpotentiale“ betont. Daher strebt das Unternehmen an, die Produkte und Dienstleistungen zu verbessern sowie die Führungspositionen der einzelnen Unternehmensbereiche auszubauen.

          Mal mehr, mal weniger

          Im Bereich Internetfirmen begibt sich Bertelsmann auf die Standspur, betrachtet man die Investitionen für den Risikokapital-Fonds „eBertelsmann“. Der war letztes Jahr für ein Investitionsvolumen von bis zu einer Milliarde Dollar ausgelegt worden. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Pleiten von Internetfirmen schreckt Bertelsmann jetzt vor einem größeren Engagement zurück und stellt dieses Jahr lediglich 20 Millionen Dollar für den Fonds zur Verfügung.

          Wie das Napster-Projekt zeigt, denkt Bertelsmann dennoch nicht an einen völligen Ausstieg aus dem Internetgeschäft. Weniger gewinnträchtige Geschäftsfeldern werden zusammengelegt, wie zuletzt beim Online-Buchhändler BOL. Unbestätigten Berichten zufolge will sich Bertelsmann jetzt auch von seinen Anteilen an Lycos Europe und Pixelpark trennen.

          Auf Zukäufe statt auf Rückzug setzt Bertelsmann hingegen in der Sparte Verlagsgesellschaft. Bertelsmann ist bereits an der Gesellschaft Random House beteiligt, der Anteil soll aber noch vergrößert werden. Schließlich ist Random House mit einem Jahresumsatz von mehr als vier Milliarden Dollar einer der größten Verlage für englischsprachige Literatur.

          Dementi und Konkretes

          Der Spiegel berichtete darüber hinaus, dass auch die Geschäftsentwicklung im Zeitungsgeschäft den Unternehmenslenkern Sorgen bereitet. Bertelsmann hält an dem Verlag Gruner + Jahr 74,9 Prozent. Bernd Kundrun, Chef von Gruner + Jahr, dementierte jedoch, Bertelsmann wolle seine Aktivitäten im Zeitungsgeschäft überdenken und zurückstutzen. Vielmehr hätte Gruner + Jahr wie Random House auch schon Maßnahmen beschlossen und eingeleitet, um die Zielvorgaben der „Excellence“-Initiative zu erfüllen.

          Konkreteres gibt es da schon aus dem Bereich Fernsehen zu vermelden. Bertelsmann hat mit der Groupe Bruxelles Lambert (GBL) einen Aktientausch vereinbart. Während GBL 25,1 Prozent der Bertelsmann-Aktien erhält, stockt Bertelsmann seinen Anteil an der RTL-Group um 30 auf 67 Prozent auf. Doch damit nicht genug, laut FTD hat Bertelsmann Interesse an den RTL-Anteilen des WAZ-Verlags (7,4 Prozent) und des britischen Pearson-Konzerns (22 Prozent) bekundet.

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