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Berliner Pannenflughafen : Wowereit wird wieder BER-Aufsichtsratschef

Klaus Wowereit Bild: dpa

Der Berliner Pannenflughafen BER hat wieder einen Aufsichtsratsvorsitzenden - und zwar einen altbekannten: Klaus Wowereit ist vom Kontrollgremium abermals ins Amt gewählt worden. Ein Eröffnungstermin ist derweil weiter nicht in Sicht.

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          Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rückt wieder auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Der Aufsichtsrat wählte ihn am Freitag zum Chef des Gremiums, das er nach dem Ausscheiden des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) seit August schon kommissarisch geleitet hatte. Für Wowereit ist es der zweite Anlauf, in dieser Funktion den Hauptstadtflughafen BER zum Start zu bringen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Wegen einer abermaligen Verschiebung hatte Wowereit den Posten im Januar dieses Jahres räumen müssen. Die Pannenserie am Flughafen hatte mit der überraschenden, kurzfristigen Absage der am 3. Juni 2012 geplanten Eröffnung begonnen. Neuer stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender wird Rainer Bretschneider, der dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft seit August 2013 angehört und als Staatssekretär in der Brandenburger Staatskanzlei die Flughafenkoordination leitet.

          Das Vorschlagsrecht für die Neubesetzung der Aufsichtsratsspitze stand dem Land Brandenburg zu, das wie Berlin 37 Prozent der Anteile der Flughafengesellschaft hält; der Bund hält 26 Prozent. Der neue brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wollte das Amt aber nicht übernehmen. Die Suche nach einem Experten aus der Wirtschaft, den auch der Bund unterstützen wollte, verlief im Sande.

          Wowereit machte immer wieder deutlich, er bewerbe sich nicht um den Posten, stehe aber „zur Verfügung“. Über seine Person hatte sich die rot-rote Koalition in Brandenburg zerstritten. Woidke sprach sich für Wowereit aus. Die der Linkspartei angehörenden Minister für Wirtschaft und Finanzen, Ralf Christoffers und Helmut Markov, lehnten ihn ab.

          Einbau- und Testphase von 18 Monaten

          Der neue Hauptstadtflughafen ist das mit Abstand wichtigste Infrastrukturprojekt der Region. Nach wie vor steht kein Eröffnungstermin fest. Flughafen-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn sieht sich auch ein Dreivierteljahr nach Übernahme der operativen Geschäftsleitung nicht in der Lage, ein genaues Datum zu nennen – und das, obwohl inzwischen der Vertrag mit Siemens über die neue Brandschutzanlage unterzeichnet ist. An deren Fehlen war die Eröffnung im Juni 2012 maßgeblich gescheitert.

          Die Siemens-Pläne sehen eine Einbau- und Testphase von 18 Monaten vor, die aber erst beginnt, wenn alle Vorarbeiten erledigt sind. Dies ist offenbar noch nicht der Fall. Auch eine neue Kalkulation der Kosten, die derzeit auf 4,3 Milliarden Euro veranschlagt werden, steht deshalb noch aus. Sie war ursprünglich für die Aufsichtsratssitzung an diesem Freitag angekündigt worden.

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