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Baustadtrat Florian Schmidt : Der Feind der Immobilieninvestoren

  • -Aktualisiert am

Mister Vorkaufsrecht: Baustadtrat Florian Schmidt in Friedrichshain-Kreuzberg Bild: Matthias Lüdecke

Der Berliner Baustadtrat Florian Schmidt kauft Häuser auf und macht rigide Vorgaben für Neubauten. Die Immobilienbranche hasst ihn. Doch einige Ökonomen finden seine Strategie gar nicht mal so schlecht.

          6 Min.

          Es gibt bessere Orte, um über Luxusmodernisierungen zu sprechen, als das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Bröckelnde Fassade, verwinkelte Gänge, abgelaufene Linoleumböden: Der Büro-Zweckbau stammt aus einer Zeit, in der die Hauptstadt definitiv noch nicht hip war. Mit wehendem Schal und Tunnelblick eilt Baustadtrat Florian Schmidt durch das Gebäude. Bleibt vor einem Zimmer stehen, läuft zurück, wieder vor, bis er den Besprechungsraum gefunden hat. „Sagen Sie jetzt nichts“, sagt er und seufzt. „Irgendwann bauen wir das hier alles neu.“

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Erst mal aber hat Florian Schmidt anderes zu tun: Er will seinen Bezirk vor dem Ausverkauf retten. Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zum Mekka der Immobilieninvestoren entwickelt. Vor allem die vielen schönen Altbauten in Vierteln wie dem von Schmidt haben es ihnen angetan. Trotz der Preissprünge der vergangenen Jahre sind Immobilien in der deutschen Hauptstadt immer noch vergleichsweise günstig. Was Kapitalanleger freut, ist den Mietern ein Graus. Beinahe jeder kennt hier jemanden, dessen Haus gerade den Eigentümer gewechselt hat und dem nun eine Modernisierung bevorsteht, nach der die Miete kräftig steigen soll. Die Angst, verdrängt zu werden, reicht bis weit in die Mittelschicht.

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