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Corona-Krise : Berlin verliert sein Geschäftsmodell

Die East Side Gallery in Berlin Bild: Reuters

In Berlin sind die Clubs geschlossen, das Kulturleben liegt brach – entsprechend wenige Touristen kommen derzeit in die Hauptstadt. Es fehlen Einnahmen in Milliardenhöhe, das macht sich jetzt bemerkbar.

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          Ein sonst weitverbreitetes Geräusch fehlt dieser Tage in Berlin: das der Rollkoffer. Einst glitten sie in großer Zahl leise über den Asphalt rund um den Hauptbahnhof oder laut rumpelnd über das Kopfsteinpflaster der Altbauviertel. Ob Geschäftsreisende oder Urlauber, ob frühmorgens oder mitten in der Nacht: Das Klackern war allgegenwärtig. Mit dem Corona-Lockdown Mitte März verschwand es abrupt aus der Stadt. Und es ist bis heute nicht zurückgekehrt. Was die Anwohner in den besonders frequentierten Vierteln freut, ist für die Stadt insgesamt ein Problem. Denn der Tourismus war eine der wenigen wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten Berlins – bis Corona kam.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          In der Rangliste der beliebtesten europäischen Städte hatte die deutsche Hauptstadt viele Jahre den dritten Platz hinter London und Paris sicher. 14 Millionen Touristen und 34 Millionen Übernachtungen verbuchten die Statistiker für das vergangene Jahr, ein Rekord. Nach den Zahlen der Investitionsbank Berlin gaben die Besucher insgesamt 12,8 Milliarden Euro in der Stadt aus.

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