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Nach Flut-Katastrophe : Bereits 360 Millionen Euro Spenden für Hochwasser-Opfer

  • Aktualisiert am

Sperrmüll aus überfluteten Wohnungen liegt in der Fußgängerzone von Gemünd. Bild: dpa

Selten wurde für ein Unglück in Deutschland so viel Geld gespendet. Bereits jetzt sammelten die Hilfsbündnisse mehr als nach dem Elbhochwasser 2002.

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          In Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bislang 358 Millionen Euro für die von der Flutkatastrophe im Westen Deutschland betroffenen Menschen gespendet worden. Das sei jetzt bereits mehr als die Gesamtspendensumme nach dem Elbhochwasser 2002 (350 Millionen Euro), teilte das DZI am Freitag nach einer Umfrage bei 30 Hilfswerken, staatlichen Einrichtungen und Verbänden in Berlin mit.

          Die meisten Spenden gingen demnach bei der Aktion „Deutschland Hilft“ (172 Millionen Euro) und dem „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ (74,9 Millionen Euro) ein. Die Aktion „Deutschland Hilft“ ist ein Bündnis unter anderem von Johannitern, Maltesern, der AWO und dem Paritätischen. Im „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ rufen Caritas International, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und Unicef Deutschland gemeinsam zu Spenden auf.

          Der DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke erklärte: „Die hohe Spendenbereitschaft wurde neben dem großen Ausmaß der Katastrophe und den vielen aufrüttelnden Bildern und Berichten wohl auch dadurch begünstigt, dass es in der jetzt langsam zu Ende gehenden Urlaubszeit nur wenig andere Themen gab, die in die Schlagzeilen der Medien drängten.“ Nur nach dem Tsunami in Südostasien sei 2004 und 2005 mit insgesamt 670 Millionen Euro in Deutschland innerhalb der letzten 20 Jahre für eine einzelne Notlage mehr Geld gespendet worden als jetzt für die vom Hochwasser Betroffenen.

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          Hochwasser im Ahrtal : Déjà-vu der Katastrophe Bild: Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

          Die Organisationen stünden nun vor der Herausforderung, die Gelder möglichst wirksam einzusetzen. Dafür sei Zusammenarbeit gefragt, erklärte Wilke. Auch müssten die Spendenempfänger wie Länder und Kommunen transparent mit den Zuwendungen umgehen.

          Das DZI bietet auch eine Liste mit Spendenkonten seriöser Hilfsorganisationen zugunsten der Betroffenen in den Hochwassergebieten.

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