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Tillmann Neuscheler (tine.)

Kommentar zur Berateraffäre : Die Truppenberater

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen muss wegen der Berateraffäre viel Kritik einstecken. Bild: dpa

Fehler können passieren. Doch in der Berateraffäre der Bundeswehr häufen sie sich. Jetzt hat auch noch ein Beratungsunternehmen doppelt abgerechnet. Das macht misstrauisch.

          Über das Gebaren der Unternehmensberater im Verteidigungsministerium kommen immer neue Details ans Licht. Accenture muss jetzt eingestehen, einige Beratertage doppelt abgerechnet zu haben. Man habe die Angelegenheit sofort überprüft und ein „Versehen“ festgestellt, verteidigt sich Accenture.

          Tatsächlich können Fehler passieren, doch gehäuft machen sie misstrauisch. Es ist daher gut, dass in dieser Woche in Berlin ein Untersuchungsausschuss des Bundestags mit seiner Arbeit beginnt. Er wird die Berateraffäre im Verteidigungsministerium genauer unter die Lupe nehmen.

          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen steht auch intern unter Druck, denn viele ihrer Beamten sehen den Einsatz der Berater skeptisch. Die Berater haben dort die Chance, ihren Beitrag genauer zu erklären – und Aufklärung tut Not.

          Denn in der Bevölkerung sind die Vorbehalte gegen teure Berater auf Staatskosten ohnehin groß. Schon als der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder immer mehr Berater holte, murrten viele gewaltig. Erfolgreiche Großprojekte wie der Umbau der Arbeitsverwaltung sparten der öffentlichen Hand allerdings viel Geld.

          Zeitweilig sah es deshalb so aus, dass der Einsatz von Beratern im öffentlichen Sektor an Akzeptanz gewinnt. Doch der aktuelle Verdacht auf Selbstbedienung und Klüngelei droht, neues Misstrauen zu sähen.

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