https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/benzinpreise-letzte-zuflucht-11707256.html
Helmut Bünder (bü.)

Benzinpreise : Letzte Zuflucht

Hier wäre Wirkung zu erzielen: Bei den Raffinerien der großen Konzerne (Foto: Shell-Anlage in Wesseling) Bild: dpa

Die Wettbewerbsverfahren gegen die Mineralölkonzerne in Deutschland sind ein Signal, aber nicht der sehnlich erwartete große Schlag gegen die „Big Five“. Eigentlich müsste das Kartellamt bei den Raffinerien der Konzerne graben.

          1 Min.

          Freie Tankstellen sind in diesen Tagen die letzte Zuflucht gebeutelter Autofahrer. Dort war es auch schon mal billiger, aber es zählt jeder Cent. Auf dem deutschen Spritmarkt mit seinem Fünfer-Oligopol der Markenanbieter, die ihre Preise fast im Gleichschritt erhöhen, sind leider auch die „Freien“ nicht frei. Ihren Treibstoff, immerhin ein Drittel des Marktes, liefern meistens Shell & Co, die in der Nachbarschaft eigene Tankstellen betreiben.

          Da lohnt es sich, genauer auf die Konditionen und Verträge zu blicken, so wie es jetzt das Bundeskartellamt tut. Die Wettbewerbsverfahren sind nicht der sehnlich erwartete große Schlag gegen die „Big Five“, immerhin aber ein Signal, dass die Wettbewerbsbehörde dem Treiben doch nicht vollkommen machtlos zuschauen muss.

          Die Preise werden auch jetzt nicht ins Rutschen kommen, trotzdem ist der Hebel richtig angesetzt: Faire Lieferbedingungen sind Grundvoraussetzung, um wenigstens den Außenwettbewerb zwischen dem Oligopol und den übrigen Anbietern in Gang zu halten.

          Doch um tatsächlich Wirkung zu erzielen, müsste das Kartellamt sehr viel tiefer graben: in den eng miteinander verflochtenen Raffinerien der großen Konzerne.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die elf slowakischen MiG-29-Kampfflugzeuge wurden laut dem Verteidigungsministerium in Bratislava noch nicht an die Ukraine geliefert.

          Kampfflugzeuge für Kiew : Liefern, aber nur in Abstimmung

          Nach einer Bitte aus Kiew deuten östliche NATO-Mitglieder an, der Ukraine Kampfflugzeuge liefern zu wollen. Doch eine wesentliche Einschränkung bleibt.
          Monika Schnitzer ist seit 2022 Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Das fünfköpfige Gremium berät die Bundesregierung zur Wirtschaftspolitik.

          Monika Schnitzer : Revoluzzerin mit unangenehmen Botschaften

          Wer recht hat, bekommt nicht immer Beifall. Trotzdem wagt die oberste Wirtschaftsweise, Monika Schnitzer, klare Ansagen zur Rente, zum Fachkräftemangel und zur Einwanderung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.