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Benzinpreise : Letzte Zuflucht

Hier wäre Wirkung zu erzielen: Bei den Raffinerien der großen Konzerne (Foto: Shell-Anlage in Wesseling) Bild: dpa

Die Wettbewerbsverfahren gegen die Mineralölkonzerne in Deutschland sind ein Signal, aber nicht der sehnlich erwartete große Schlag gegen die „Big Five“. Eigentlich müsste das Kartellamt bei den Raffinerien der Konzerne graben.

          Freie Tankstellen sind in diesen Tagen die letzte Zuflucht gebeutelter Autofahrer. Dort war es auch schon mal billiger, aber es zählt jeder Cent. Auf dem deutschen Spritmarkt mit seinem Fünfer-Oligopol der Markenanbieter, die ihre Preise fast im Gleichschritt erhöhen, sind leider auch die „Freien“ nicht frei. Ihren Treibstoff, immerhin ein Drittel des Marktes, liefern meistens Shell & Co, die in der Nachbarschaft eigene Tankstellen betreiben.

          Da lohnt es sich, genauer auf die Konditionen und Verträge zu blicken, so wie es jetzt das Bundeskartellamt tut. Die Wettbewerbsverfahren sind nicht der sehnlich erwartete große Schlag gegen die „Big Five“, immerhin aber ein Signal, dass die Wettbewerbsbehörde dem Treiben doch nicht vollkommen machtlos zuschauen muss.

          Die Preise werden auch jetzt nicht ins Rutschen kommen, trotzdem ist der Hebel richtig angesetzt: Faire Lieferbedingungen sind Grundvoraussetzung, um wenigstens den Außenwettbewerb zwischen dem Oligopol und den übrigen Anbietern in Gang zu halten.

          Doch um tatsächlich Wirkung zu erzielen, müsste das Kartellamt sehr viel tiefer graben: in den eng miteinander verflochtenen Raffinerien der großen Konzerne.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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