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Benoît Cœuré : „Keine Debatte über Helikoptergeld“

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EZB-Zentrale in Frankfurt: Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré will keine Geldgeschenke verteilen. Bild: dpa

Angesichts der begrenzten geldpolitischen Möglichkeiten der EZB wird seit Wochen um Helikoptergeld diskutiert. Doch Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré erteilt dieser Idee nun eine Absage.

          Der Zentralbankrat der Europäischen Zentralbank (EZB) diskutiert derzeit nicht über Helikoptergeld. Das sagte das Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré in einem Interview mit „Politico“. Eine Debatte über dieses Instrument, mit dem die Zentralbank Geld an die Bevölkerung verschenken würde, würfe viele Fragen auf, sagte der Franzose. Die wichtigste Frage wäre, inwieweit Helikoptergeld die Grenze zwischen Geld- und Finanzpolitik verwischte.

          „Ehrlich gesagt, sehe ich nicht, wie Helikoptergeld ohne eine aus praktischen und juristischen Gründen problematische Risikoteilhabe der Regierung funktionieren könnte“, meinte Cœuré. Als Mitglied der EZB-Führung empfinde er ein erhebliches Maß an Skepsis und Vorsicht gegenüber Helikoptergeld. Die EZB besitze auch keinerlei Mandat, sich für die Finanzierung einzelner Projekte einzusetzen.

          Gleichzeitig äußerte sich der Franzose irritiert über die Kritik mancher deutscher Ökonomen an der aktuellen Geldpolitik: „Ich würde sagen, es liegt eine gewisse Ironie in der Tatsache, dass sie uns für unser Beharren auf dem Inflationsziel kritisieren. Denn es war gerade das Beharren Deutschlands, dass die EZB in den Verträgen ausschließlich auf die Inflation verpflichtet wurde – und meines Erachtens zurecht.“

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