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Kurioses Arbeitszeitmodell : Ein Fünf-Stunden-Tag für alle

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Trendig: Der Stand-up-Paddle-Sport. Auch trendig: Die Arbeitszeiten von Paddel-Firma Tower. Bild: dpa

Ein Kleinunternehmen in San Diego hat sich ein für Amerika höchst untypisches Arbeitszeitmodell verordnet: Alle Mitarbeiter gehen um 13 Uhr nach Hause. Was das bringen soll und warum es zu funktionieren scheint.

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          Es klingt wie eine dieser abgefahrenen Ideen, die junge, hippe Start-ups manchmal so haben: Die einen schaffen die Chefs ab, die nächsten lassen ihre Mitarbeiter Urlaub machen, so lange und so oft sie wollen. Jetzt hat es Stephan Aarstol mit seinem 10-Mann-Unternehmen in Amerika in die Schlagzeilen der internationalen Presse geschafft. Womit? Er hat sich und seinen Kollegen offiziell einen Fünf-Stunden-Tag verordnet und dann ein Buch darüber geschrieben.

          Aarstol ist Gründer und Chef eines Unternehmens für so genannte Stand-up-Paddle-Boards -  Surfbretter ohne Segel, die im Stehen mit einem langen Paddel angetrieben werden, eine Trendsportart am Meer, auf Flüssen und in Seen. Sein Unternehmen „Tower“ stellt solche Bretter her und vertreibt sie auch selbst.

          So trendig, wie der Paddelsport, so trendig wollte Aarstol wohl auch die Arbeitsbedingungen in seiner Firma gestalten, als er seinen Mitarbeitern die Ansage machte, sie sollten ihren klassischen Nine-to-five-Arbeitstag auf fünf Stunden reduzieren und nur noch von 8 bis 13 Uhr zur Arbeit kommen. In Ausnahmesituationen sei es an einzelnen Tagen mit außergewöhnlich hohem Arbeitsaufkommen natürlich auch mal erlaubt, länger zu bleiben. Das sollte aber die Ausnahme bleiben. Ein früher Feierabend und eine gute Work-life-Balance passten optimal zu einer Strand- und Lifestyle-Firma wie seiner, so argumentiert Aarstol.

          Wer es nicht schafft wird gefeuert

          Allerdings: Er verlangte von seinen Mitarbeitern innerhalb der verkürzten Arbeitszeit doppelt so produktiv zu sein, wie ein Durchschnittsarbeitnehmer, schreibt er in einem Artikel für das Business-Magazin „Fast Company“. Seine Ansprüche formuliert er durchaus direkt: Wer es nicht schaffe, werde gefeuert.

          Der Gedanke dahinter: Die Produktivität sinke ohnehin, je länger Arbeitnehmer am Schreibtisch säßen. Gleichzeitig steige die Produktivität glücklicher und ausgeglichener Arbeitnehmer. „Ich möchte euch euer Leben zurückgeben“, so habe er seinen Untergebenen die Idee schmackhaft gemacht. Als zusätzlichen Anreiz beteiligte Aarstol alle Mitarbeiter außerdem mit fünf Prozent am Unternehmensgewinn.  

          Der Umsatz steigt rasant

          Das Ganze sei nun etwas mehr als ein Jahr her, schreibt der Unternehmenschef. Und es habe sich wunderbar bewährt. Während er den verkürzten Arbeitstag zunächst vorsichtshalber nur auf die Sommermonate beschränken wollte, arbeite „Tower“ nun das ganze Jahr über so.

          Denn die Ergebnisse des ganzen Experiments seien absolut verblüffend, so Aarstol. Sein Unternehmen stehe auf der Liste der 5000 am schnellsten wachsenden Betriebe in ganz Amerika. Hatte der Umsatz 2015 noch 7,2 Millionen Dollar betragen, rechnet Aarstol für 2016 schon mit 9 Millionen Dollar Umsatz. Ob das wirklich an der Produktivität liegt, die durch die kürzere Arbeitszeit zustande kommt, oder an der tollen PR, die ihm seine Aktion gebracht hat – das sei einmal dahingestellt.

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