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Gefangen im Schuldienst : „Lieber Hartz IV als Beamter“

Veraltetes Arbeitsverhältnis: die Arbeit als verbeamteter Lehrer Bild: Daniel Stolle

Sinnvolle Aufgabe, unkündbare Stelle, tolle Pension: Als verbeamteter Lehrer zu arbeiten, bringt viele Privilegien mit sich. Trotzdem ist es für manche die Hölle. Aussteiger berichten.

          8 Min.

          Die Herbstferien sind in drei Tagen vorbei. Eigentlich müsste Alexander jetzt damit beginnen, Deutschstunden vorzubereiten und Klassenarbeiten zu korrigieren. Doch auf seinem Schreibtisch stapeln sich keine Hefte. Alexander – promovierter Germanist, zwei Staatsexamen, mehrere Jahre Schulerfahrung – hat an diesem Vormittag alle Zeit der Welt. Seine Berliner Eigentumswohnung ist aufgeräumt, es duftet nach Kaffee und Croissants, er hat Eier gekocht, Tomaten und Mozzarella in Scheiben aufgeschichtet und sogar zwei Kerzen angezündet. Alexander ist kein Lehrer mehr. Vor drei Wochen hat er hingeschmissen. Jetzt ist er das, was Beamte eigentlich gar nicht werden können – arbeitslos.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Anne hat mal von einer Karriere als Musikerin geträumt, die Geige ist ihr Instrument. Sie hat an der Musikhochschule studiert, fünf Jahre an der Oper gearbeitet und schließlich doch eine andere Berufung gefunden: Lehrerin sein. Von einer Berufung zu sprechen, ist in ihrem Fall keine Übertreibung. Auch mit fast 60 Jahren sagt die gut gelaunte Frau: „Lehrerin zu sein, das ist für mich der schönste Beruf überhaupt.“ Nur vom Staatsdienst will sie nichts mehr wissen. Nach vielen Jahren der Unzufriedenheit im Beamtentum hat sich die Musiklehrerin beurlauben lassen, jetzt arbeitet sie an einer reformpädagogischen Schule, fernab von den Strukturen, die ihr einst den Schlaf geraubt haben.

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