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Deutsche Industrie warnt : „Der Brexit ist ein solch großer Unsinn“

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Big Ben: Die Zeit läuft – im März des kommenden Jahres wollen die Briten aus der EU ausgetreten sein. Stand heute. Bild: Reuters

Zu sorglos, unvorbereitet, desinteressiert: Die Spitzenverbände der deutschen Unternehmen schlagen Alarm – und haben eine Botschaft gerade für den Mittelstand.

          Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft warnen vor einem zu sorglosen Umgang mit dem britischen Austritt aus der Europäischen Union. „Selbst wenn sich die britische Regierung jetzt bewegt: Die Unternehmen müssen auch für den Fall planen, dass es zu keiner Einigung kommt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, der „Welt am Sonntag“.

          Auch der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thilo Brodtmann, warnte: „Es ist dringend geboten, sich auf den Brexit vorzubereiten und dabei auch mit dem Worst Case zu rechnen.“ Der EU-Austritt ist für Ende März 2019 geplant. Die britische Premierministerin Theresa May hatte vergangenen Woche ihre Pläne für einen sogenannten weichen Brexit vorgestellt, kämpft aber mit Widerstand in ihrer Partei.

          Brodtmann kritisierte, im deutschen Maschinenbau passiere zu wenig, wohl auch weil die Geschäfte in Großbritannien noch weitgehend stabil liefen. „Möglicherweise kaufen manche Kunden im Augenblick auf Vorrat ein. Etliche Unternehmen scheinen sich dadurch in Sicherheit zu wiegen, allen voran im Mittelstand.“ Und er fügte hinzu: „Der Brexit ist ein solch großer Unsinn, dass viele Unternehmen wohl nach wie vor hoffen, es kann so schlimm nicht werden, weil die EU eine harte Landung für die Wirtschaft nicht zulassen wird. Aber davor kann ich nur warnen.“

          Nach Angaben des BDI ist der Maschinenbau in seiner Sorglosigkeit keine Ausnahme. Immerhin steige langsam aber das Interesse. Das sei auf entsprechenden Seminaren und Kongressen zu sehen, sagte Lang. Wobei die Teilnehmer dort vorwiegend konsumierten und vergleichsweise wenig nachfragten – weil sie schlicht noch nicht so tief im Detail seien, wie man beim BDI vermute: „Etliche Unternehmen beginnen jetzt mit einer Situationsanalyse. Damit sind wir zumindest weiter als vor ein paar Monaten.“

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