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BDI-Präsident Keitel : „Wir Unternehmer sind von der Regierung enttäuscht“

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„So, wie die Energiewende angelegt ist, ist die Gefahr groß, dass sie scheitert“, sagt BDI-Präsident Hans-Peter Keitel.
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          „Wir Unternehmer haben uns mehr von dieser Regierung erwartet“, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die radikalste Wirtschaftsreform der vergangenen Jahre, die Agenda 2010, habe Rot-Grün bewerkstelligt. Beispielhaft für schwarz-gelbe Versäumnisse nannte Keitel das Fehlen einer Steuerstrukturreform, die unzureichende Haushaltskonsolidierung, die verpasste Chance auf eine Reform der Sozialsysteme. Betont kritisch äußerte sich der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) zum Management der Energiewende: „So, wie die Energiewende angelegt ist, ist die Gefahr groß, dass sie scheitert.“

          „Die Lage der FDP tut mir wirklich weh“

          Positiv bewertete er hingegen die Rolle Merkels in den Verhandlungen um die Euro-Rettung. Die Regierung habe hier unglaublich viel geleistet. „Der Respekt, den Angela Merkel im Ausland erhält, ist verdient.“ Tief enttäuscht äußerte er sich über den Zustand der FDP. „Deren Lage tut mir wirklich weh.“ Es stehe „generell schlecht um liberale Ideen in der Politik.“ Er wünsche sich einen starken Anwalt für Freiheit und soziale Marktwirtschaft. Wachstum brauche Wettbewerb, nicht Gleichheit.

          Keitel lobte deshalb die vom designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck neu entfachte Debatte über die Bedeutung von Freiheit: „Das ist gut so – und wird der Diskussion um die Rolle von Staat und Gesellschaft einige wohltuende Impulse geben.“
           

          Das vollständige Interview erscheint am Donnerstag, 15. März, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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