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Nach Monsanto-Übernahme : Bayers neues Gesicht

„Für ein besseres Leben“ - daran zweifeln viele hinsichtlich des Monsanto-Geschäfts. Bild: dpa

Die Übernahme ist geglückt. Doch Bayer kauft mit Monsanto ein Unternehmen mit denkbar schlechtem Ruf - und die neue Macht dürfte nicht nur selbsterklärten Schöpfungsbewahrern Angst machen.

          Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt – für die Aktionäre des amerikanischen Agrochemiekonzerns Monsanto ebenso wie für die Strategen um den Bayer-Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann. Der vollzieht mit der Monsanto-Übernahme den größten Zukauf, den jemals ein deutsches Unternehmen im Ausland getätigt hat. Sein Konzern bekommt ein anderes Gesicht.

          Er wird vom Pharmageschäft unabhängiger und kauft in einem günstigen Moment in der Agrochemie zu. Denn dort sind die Preise am Boden. Aus Sicht von Bayer kann man nach dem Zusammenschluss auf Verbundvorteile ebenso hoffen wie auf steigende Preise. Das könnte zum Vorteil werden, wenn Bayer bei der nächsten Konsolidierungswelle mit neuer Kraft dasteht, die dann wieder im Pharmageschäft stattfinden wird.

          Für die Aktionäre von Monsanto hat sich das ausgeruhte Verhandeln ebenfalls gelohnt. Denn das hat zu einem Preisaufschlag von knapp fünf Prozent geführt. Innerhalb von rund fünf Monaten ist das ein ordentliches Aufgeld. Aber auch die Gegner des Geschäfts dürfte Beharrlichkeit auszeichnen, was die Bayer-Aktionäre interessieren sollte:

          Kartellwächter sollten rigoros vorgehen

          Denn ihr Konzern kauft mit Monsanto ein Unternehmen mit einem schlechten Ruf, einen Saatgutriesen, der Bauern an sich kettet und Züchtungserfolge patentiert. Gemeinsam mit den Angeboten von Bayer lassen sich Pflanzenschutz, Saatgut- und Big-Data-Angebote zu einem landwirtschaftlichen Betriebssystem verbinden, das nicht nur selbsterklärten Bewahrern der Schöpfung Angst machen kann. Diesen Punkt haben die Bayer-Manager bisher unterschätzt.

          Ganz emotionslos sind nun die Kartellwächter dazu aufgerufen, den Zusammenschluss zu prüfen. Sie sollten rigoros vorgehen, auf jedem Teilmarkt, auf dem monopolartige Stellungen entstehen könnten. Das gilt auch für die anderen Zusammenschlüsse in dieser Branche, also für Dow Chemical/Du Pont und Chem China/Syngenta.

          Allein schon die Tatsache verstört, dass sich alle Transaktionen zur selben Zeit vollziehen. Was daraus entsteht, darf aber kein Agrarchemiemarkt sein, der Ängste schürt. Es geht darum, dass in einem harten Wettbewerb – mit Chancen für neue Anbieter – die Probleme der Welternährung gelöst werden müssen.

          Es ist erlaubt, daran zu zweifeln, dass fusionsverliebte Konzerne hier auf dem richtigen Weg sind. Für Innovationen braucht man Größe nicht.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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