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Kommentar : Bayers ignorante Monsanto-Übernahme

  • -Aktualisiert am

Bayer will Monsanto kaufen – dagegen laufen Aktivisten Sturm. Doch das interessiert Bayer nicht. Das ist ein Problem.

          Natürlich hat inzwischen auch die Bürgerprotest-Organisation Campact entdeckt, dass der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer den amerikanischen Saatgutproduzenten Monsanto kaufen will. Und Campact ist schlagkräftig. Befürworter des TTIP-Freihandelsabkommens mit den Vereinigten Staaten müssen das schon länger schmerzvoll erfahren.

          Jetzt hat Campact gerade eine Unterschriftenaktion begonnen, um gegen das Bayer-Vorhaben zu protestieren – gegen einen „Megakonzern mit Kontrolle über fast alles, was wir essen“. Rund 130.000 Menschen haben schon unterzeichnet. Doch Bayer und die Analysten der Banken ignorieren diese von breiten Bevölkerungsschichten getragene gesellschaftliche Stimmung gegen aggressive Agrochemiekonzerne und ihre Patente.

          Bayer-Chef Werner Baumann ließ zwar ein paar Videos ins Netz stellen, um für das Geschäft zu werben, doch dieser Punkt wird nur indirekt angesprochen – in vielleicht zwei Sätzen. Mehr nicht. In den Beurteilungen der Bank-Analysten, die das Geschäft aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu recht loben, taucht der Punkt auch nicht auf.

          So wird Bayer/Monsanto zum Beispiel dafür, was passiert, wenn man nur noch auf Zahlen schaut. Die übrigens sind ebenfalls erschreckend: zwar nicht beim Blick auf die Ertragsrechnung, wohl aber beim Blick auf die künftige Wettbewerbssituation in der Agrochemie.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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