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Angst vor Lieferkettengesetz : „Das ist der Todesstoß für deutsche Bauunternehmen“

  • -Aktualisiert am

Die Lieferketten der Baustellen reichen in Länder hinein, deren Arbeitsbedingungen zweifelhaft sind. Bild: Lando Hass

Die Bauindustrie fürchtet die Folgen eines Lieferkettengesetzes. Peter Hübner, Verbandspräsident und Strabag-Vorstand, spricht über drohende Sanktionen, zu wenig Kontrollen gegen Schwarzarbeit und das Vorpreschen Chinas.

          5 Min.

          Herr Hübner, Sie warnen vor dem geplanten Lieferkettengesetz der Bundesregierung. Droht dadurch ein Stillstand auf deutschen Baustellen?

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nein, die Gefahren liegen woanders. Wir sind davon überzeugt, dass es gesetzlicher Regeln bedarf. Aber einige Dinge in dem Gesetzentwurf sind nicht in Ordnung.

          Worum geht es genau?

          Wir treten für Menschenrechte ein und kämpfen gegen Ausbeutung oder Kinderarbeit. Doch die Bundesregierung macht sich etwas vor. Falsch ist, dass davon nur große Unternehmen betroffen sind. Da ist die Rede davon, dass das Lieferkettengesetz in der geplanten Form für Unternehmen mit mehr als 3000 Mitarbeitern mit Sitz in Deutschland gelte. Aber es geht um die gesamte Lieferkette, und damit ist der Mittelstand komplett eingebunden. Jedes Bauunternehmen mit Sitz in Deutschland ist betroffen. Ausgenommen sind aber ausländische Unternehmen mit einer rechtlich unselbständigen Zweitniederlassung in Deutschland, zum Beispiel aus China.

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