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Bauernpräsident zum Agrarpaket : „Ein Verbot bringt nicht ein Insekt mehr“

  • -Aktualisiert am

Joachim Rukwied ist Präsident des Deutschen Bauernverbandes und des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg. Bild: dpa

Bauernpräsident Joachim Rukwied kritisiert Ministerin Klöckner und ihr Agrarpaket scharf. Er spricht von Existenzbedrohungen und nicht honorierten Bemühungen. Doch auch das umstrittene Glyphosat ist ein Thema.

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          Das Agrarpaket von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sorgt für Unmut unter den deutschen Bauern. Es sieht neben einer besseren Kennzeichnung von Fleischprodukten mehr Insektenschutz und eine Umschichtung der EU-Agrarsubventionen vor. „Mit der Arbeit von Julia Klöckner bei der neuen Gesetzesvorlage sind wir nicht zufrieden“, sagte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands im Gespräch mit der F.A.Z. „Das Insektenschutzprogramm stellt Naturschutzvorgaben über die gute fachliche Praxis. Das ist zum einen nicht zielführend, zum anderen frustriert es die Landwirte massiv, weil es auch ein Eingriff in Eigentumsrecht ist“, sagte Rukwied weiter. Wer Bauernhöfe erhalten wolle, müsse mit den Landwirten kooperieren und dürfe ihnen nicht mit überzogenen Auflagen die Zukunft verbauen.

          Svea Junge

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zukünftig ein Mindestabstand von 10 Metern zu Gewässern und ein Abstand von 5 Metern zu dauerhaften Grünflächen eingehalten werden soll. Gleichzeitig sollen mehr Flächen als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Dort soll die Anwendung von Herbiziden und biodiversitätsschädigenden Insektiziden von 2021 an komplett untersagt werden. Klöckner sicherte den Landwirten Ausnahmeregelungen zu – auch in Naturschutzgebieten. Wie diese im Einzelfall aussehen sollen, ist noch offen. Die geplanten Maßnahmen seien dennoch für einzelne Betriebe existenzbedrohend, sagte Rukwied. „Die Höfe sind vorher schon weg, bevor die Ausnahme genehmigt wird.“

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