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Bau : Walter Bau erzielt Teilerfolg

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Die Rettung von Walter macht Fortschritte Bild: dpa/dpaweb

Der um seine Existenz kämpfende Walter-Bau-Konzern mit mehr als 9.000 Mitarbeitern hat am Freitag in den Verhandlungen mit seinen Kreditgebern einen ersten Erfolg erzielt. Zwei Kreditgeber wurden umgestimmt.

          Der um seine Existenz kämpfende Walter-Bau-Konzern mit mehr als 9.000 Mitarbeitern hat am Freitag in den Verhandlungen mit seinen Kreditgebern einen ersten Erfolg erzielt. Die Berliner Bankgesellschaft und der Kreditversicherer Allgemeine Kredit Coface stimmten dem Sanierungskonzept und einer Verlängerung ihrer Avalkredite nun zu, erfuhr diese Zeitung am Freitag abend übereinstimmend aus Verhandlungs- und Unternehmenskreisen.

          Beide Banken hatten sich bisher wie ABN Amro, die Landesbank Rheinland-Pfalz und die Dresdner Bank gegen eine Verlängerung ihrer Avale - Bürgschaften für Großaufträge - über Juni 2005 hinaus ausgesprochen (F.A.Z. vom 21. Januar). Sie knüpften ihre Zustimmung allerdings an Auflagen, die zunächst nicht bekannt geworden sind.

          Die Berliner Bankgesellschaft gehört mit einem Avalkredit von 130 Millionen Euro zu den größten der insgesamt 27 Finanzierer von Walter Bau mit einer Summe von 1,5 Milliarden Euro. Der Konzern benötigt die Zustimmung aller Kreditgeber, da keiner für einen anderen einspringen will. An den Gesprächen mit dem Unternehmen und den Banken sind, wie zu hören ist, Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) beteiligt.

          Kein Fall Holzmann

          Man sei "relativ zuversichtlich", daß eine Einigung bis Anfang kommender Woche gelingen könne, hatte es am Freitag zuvor in Regierungskreisen in Berlin geheißen. Die Sanierungsverhandlungen zwischen dem Unternehmen und den Banken würden von der Regierung "hochrangig begleitet". Es gehe aber nicht darum, dem Unternehmen mit öffentlichen Bürgschaften oder Staatsgeldern beizuspringen.

          "Das ist kein Fall Holzmann." Aufgabe der Politik sei es unter anderem, die Banken auf den drohenden Verlust von bis zu 15.000 Arbeitsplätzen und dessen gesamtwirtschaftliche Folgen hinzuweisen. Zwar sei die Eile nicht mehr so groß, weil die Banken die Einigungsfrist aufgehoben hätten. Doch sei man gleichwohl an einer raschen Lösung interessiert, da jeder Tag, an dem kritisch über die Liquiditätsprobleme von Walter Bau diskutiert werde, den Ruf des Unternehmens weiter beschädige.

          Politik drängt auf rasche Einigung

          Bundesbauminister Manfred Stolpe zeigte sich zuversichtlich, daß sich die beteiligten Banken auf ein Finanzierungskonzept einigen werden. "Ich glaube, das wird ihnen gelingen", sagte der SPD-Politiker am Freitag in München. Walter Bau sei ein sehr leistungsfähiges und international anerkanntes Unternehmen. Ein Zusammenbruch hätte negative Auswirkungen auch auf die gesamte deutsche Wirtschaft. Hilfen des Staats schloß der Minister aus. Vorwürfe, der Bund habe selbst durch die schleppende Bezahlung von Rechnungen zur Schieflage des Baukonzerns beigetragen, wies Stolpes Sprecher in Berlin zurück.

          Ein Sprecher von Bayerns Wirtschaftsminister Wiesheu sagte: "Ziel der Gespräche ist, daß alle Banken im Boot bleiben." Am vergangenen Wochenende hatte Wiesheu in einem Zeitungsgespräch die 27 Kreditgeber aufgefordert, dem Augsburger Baukonzern weiterhin Avale zu gewähren. Der Minister sagte, es wäre falsch, das Sanierungskonzept von Walter Bau nicht zu unterstützen. Das Unternehmen hat mittlerweile als Vermittler Bernd Fahrholz, den früheren Vorstandsvorsitzenden der Dresdner Bank, eingeschaltet.

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