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Banker : Wohl dem, der seinen Platz hat

Bild: www.personalmarkt.de

Einstellungsstopp, Stellenstreichungen: Die Finanzkrise trifft einen Großteil der Banken-Mitarbeiter hart. Doch sind Risikomanager und Controller in sicherer Position. Auch Vertriebsmitarbeiter bleiben gefragt.

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          Die Finanzkrise trifft einen Großteil der Mitarbeiter hart. In nahezu allen Banken ist mehr oder weniger offen ausgesprochen Einstellungsstopp. Oft stehen zudem Stellenstreichungen an. Das gilt vor allem im Investmentbanking.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Da die Anleger derzeit nur schwer dazu zu bewegen sind, Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen, sind die Geschäftsaussichten für die Begleitung und Beratung von Kapitalmaßnahmen mau. An der Spitze der Stellenstreichungen in Europa liegt die Schweizer Großbank UBS, die in diesem Jahr 7500 Stellen abbauen will. Auch die Bayern LB streicht ihr Kapitalmarktgeschäft zusammen. 430 Arbeitsplätze sollen verlorengehen, rund 10 Prozent der Belegschaft der „Kernbank“ in München. Auch in Reaktion auf die Finanzkrise kommt es plötzlich zu lange nur diskutierten Fusionen und Übernahmen. Dann stehen die Arbeitsplätze in zentralen Verwaltungstätigkeiten als Erstes auf dem Spiel.

          Risikomanager und Controller in sicherer Position

          Die Logik, die aus Sicht der Vorstände zum Beispiel hinter der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank steckt, liegt ganz wesentlich darin, die zwei Zentralen in Frankfurt zu einer zusammenzuschieben. Ein ähnliches Konzept steckt auch hinter dem Zusammenschluss von DZ Bank in Frankfurt und WGZ-Bank in Düsseldorf zum vereinten Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken.

          Mitarbeiter in Stabsabteilungen, in der Informationstechnik, im Marketing und im Personal sind nach derartigen Fusionen in der Regel doppelt vorhanden und daher aus Sicht der Vorstände überflüssig. Auch in den Landesbanken herrschen unbestritten große Überkapazitäten - vor allem dann, wenn es wenigstens zu einigen der vieldiskutierten Fusionen käme. Im Gespräch ist zum Beispiel ein Zusammengehen von Bayern LB und LBBW in Stuttgart.

          Wegen der Versäumnisse, die durch die Finanzkrise in den Banken zutage getreten sind, sind Risikomanager und Controller in sicherer Position. Auch Vertriebsmitarbeiter bleiben gefragt. Schließlich wenden sich so gut wie alle Banken stärker den Privatkunden zu und versuchen, auch im Filialgeschäft den Verkauf von Fonds, Zertifikaten und Baufinanzierungen zu forcieren. Ob die Finanzkrise und die erkennbar gewordenen Fehlanreize den Trend zu mehr erfolgsabhängiger Vergütung im Privatkundengeschäft stoppen, ist fraglich.

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