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Banken : Stellenabbau hektisch und überzogen

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Viele Lichter sollen ausgehen Bild: Christoph Hemmerich/STOCK4B

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert den Abbau von 17.000 Stellen bei den deutschen Banken bis Ende 2003 als zu hoch und zu schnell.

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          Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Pläne zum Stellenabbau bei den deutschen Großbanken heftig kritisiert. Nach dem bisherigen Stand sollen die Stellenkürzungen bei den Großbanken jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen möglich sein. Bis Ende 2003 wollen die Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Dresdner und Commerzbank Verdi zufolge 17.000 Arbeitsplätze im Inland streichen.

          Als „hektisch und überzogen" beschrieb Verdi-Vorstand Hinrich Feddersen die Ankündigungen der Banken zu weiteren Stellenkürzungen nach dem 11. September. Die Programme zur Personalplanung seien nicht sauber und dienten in erster Linie der Pflege der Aktienkurse. Die konjunkturelle Talfahrt müsse im Bankgewerbe ohne Kündigungen abgefangen werden, damit beim Aufschwung nicht wieder massive Neueinstellungen nötig seien. Bei der Commerzbank sollen 3.400 Arbeitsplätze wegfallen, bei der Deutschen Bank 5.200, bei der Dresdner 4.000 und der HypoVereinsbank 3.100.

          Deutsche Bank verhandelt noch

          Quoten für freiwilliges Ausscheiden sollen in den Banken betriebsbedingte Kündigungen vorerst verhindern. Die Betriebsräte von Commerzbank, Dresdner und HypoVereinsbank zeigten sich zuversichtlich, dies mit Versetzungen und Vorruhestandsregelungen zu erreichen. Die Deutsche Bank verhandelt nach Aussagen von Verdi derzeit noch keinen Sozialplan, sondern führt Vorgespräche über Personalverschiebungen innerhalb des Konzerns. Nach Angaben der Betriebsräte wird der Stellenabbau weniger in den Zentralen in Frankfurt/Main und München zu spüren sein als in den Filialen in Ballungsräumen.

          Besonders monierte Verdi die „Zeitschiene“ beim geplanten Stellenabbau. Die 17.000 Stellen in Deutschland sollen bis Mitte oder höchstens Ende 2003 gestrichen werden. Längerfristige Verhandlungen eröffneten größeren Spielraum für einen sozialverträglichen Stellenabbau.

          Strukturwandel kostet weitere Stellen

          Verdi rechnet damit, dass der Strukturwandel im Bankensektor in den kommenden fünf bis sieben Jahren etwa zehn Prozent der Stellen bei privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsinstituten kostet. Die deutschen Banken beschäftigen nach Schätzungen der Gewerkschaft derzeit etwa 150.000 Mitarbeiter.

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